Martin Suter schlägt sie alle
Das Filmjahr 2009 lässt sich aus Schweizer Sicht mit einem Wort zusammenfassen: «Sennentuntschi». Zwar kam der Film von Michael Steiner nicht wie angekündigt ins Kino, dennoch sorgte er wegen Finanzierungsproblemen und einem Schmähartikel in der «Weltwoche» für Schlagzeilen.
Obs am «Sennentuntschi»-Ausfall lag, sei hier dahingestellt. Jedenfalls ist das Abschneiden des Schweizer Films 2009 eher ernüchternd: Der Marktanteil beträgt laut René Gerber vom Schweizerischen Verband für Kino und Filmverleih 3,2 Prozent, das entspricht 410'000 Zuschauern. Letztes Jahr waren es Ende Jahr 3,11 Prozent.
Komödie übers Älterwerden top
Zur Erinnerung: 2006 sprach man noch vom nationalen Filmwunder. Über 1,3 Millionen Zuschauer sahen sich in jenem Jahr Schweizer Filme an – das entsprach einem Marktanteil von 9,6 Prozent. Doch 2007 brach dieser auf 5,3 Prozent ein (siehe Grafik).
Der erfolgreichste Film des Jahres 2009 war Christoph Schaubs «Giulias Verschwinden», der auf einem Drehbuch von Erfolgsautor Martin Suter basiert. Die Komödie übers Älterwerden, die nach wie vor läuft, lockte bereits über 100'000 Zuschauer in die Kinos. Von Besucherzahlen, wie sie «Grounding», «Mein Name ist Eugen» oder «Die Herbstzeitlosen» erreichten - 400'000 bis 600'000 - kann aber auch bei «Giulias Verschwinden» nur träumen.
Der Blick in die Zukunft
Zwar ist das Kinojahr noch nicht ganz abgelaufen. Mit «Tannöd» und «Der Fürsorger» stehen gar zwei Filme aus, die viel Vorschusslorbeeren bekommen haben. Doch weil ersterer eine «minoritäre Koproduktion» sei, werde er das Gesamtergebnis nicht massgeblich beeinflussen, heisst es bei Procinema. Dem «Fürsorger» traut Gerber indes «Sleeperqualitäten» zu: Er könnte sich als überraschend erfolgreich entpuppen. Der Film mit Roeland Wiessnekker startet am 10. Dezember.
Hoffnungsvoll gestaltet sich auch der Blick ins nächste Jahr. Mit «Lila, Lila» steht ein weiterer Martin-Suter-Film an und auch vom «Grossen Kater» mit Bruno Ganz ist Einiges zu erwarten. Und schliesslich, so der Filmgott will, dürfte auch «Sennentuntschi» das Licht der Leinwand erblicken.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnetz)
Quelle: www.tagesanzeiger.ch

