Modellprojekte zur Kunstvermittlung an Kunstvereinen
Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff: „Das Modellprojekt COLLABORATION sehen wir als Vorreiter, Vorbild und Multiplikator für Kunstvereine in ganz Deutschland. Die COLLABORATION-Projekte konnten zeigen, dass innovative Kunstvermittlung ebenso Grenzen überschreiten kann wie zeitgenössische Kunst. Kunstvereine leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Förderung der Auseinandersetzung mit Kunst. Es gibt nur wenige Orte zeitgenössischer Kunst und Kultur, an denen die Teilhabe an künstlerischer Produktion und Innovation so selbstverständlich und umfassend ist wie an Kunstvereinen.“
An dem großen und umfassenden Modellprojekt beteiligten sich in der ersten Phase in den Jahren 2008-2009 sieben Kunstvereine (Bielefelder Kunstverein; Bonner Kunstverein; Westfälischer Kunstverein, Münster; Kölnischer Kunstverein; kjubh Kunstverein & Simultanhalle Köln; Künstlerverein Malkasten, Düsseldorf und Videonale Bonn) und sieben Kunstvermittlerinnen und Kunstvermittler. Im Rahmen des Projekts wurden innovative Formen der Vermittlung konzipiert und realisiert, die dem Kunstpublikum eine möglichst fruchtbare Auseinandersetzung bieten. Dabei ging es darum, Kunstwerke kennen zu lernen, Künstler und ihre Absichten zu verstehen und auch nicht planbare Kommunikationsprozesse zuzulassen. Die Projekte waren jeweils individuell auf Inhalte, Kontexte und Raum der Kunstvereine abgestimmt und bezogen ein breit gefächertes Publikum aktiv ein.
Nach Abschluss der ersten Projektphase Ende des Jahres 2009 wird das Projekt im kommenden Jahr mit der Evaluation der Ergebnisse fortgesetzt. 2010 wird ein Wissens- und Erfahrungsaustausch zur weiteren Qualifizierung von Kunstvermittlerinnen und Kunstvermittlern angestrebt.
Grosse-Brockhoff: „Das Projekt hat die Chancen einer offenen Auseinandersetzung mit den vielfältigen Ansätzen der Kunst deutlich gemacht. Das bedeutete vor allem, der Vermittlung einen experimentellen Freiraum einzuräumen, in dem neue und unhierarchische Formen des Zusammenarbeitens von KünstlerInnen, KuratorInnen, VermittlerInnen und BesucherInnen realisiert werden können. Um neue Publikumskreise zu gewinnen und für die Arbeit der Kunstvereine zu interessieren, konnte auch an den Interessen der jüngeren Generationen angeknüpft werden. Eine breit angelegte Vermittlungsarbeit parallel und verzahnt mit der künstlerischen und kuratorischen Programmarbeit ist unverzichtbare Grundlage für einen öffentlichen, zeitgemäßen Bildungsauftrag.“
Das Modellprojekt steht im Kontext der Bemühungen in Nordrhein-Westfalen, die kulturelle Bildung, insbesondere von Kindern und Jugendlichen, zu stärken. Anderen kulturellen Lernorten in Ergänzung zur Schule kommt dabei eine herausragende Bedeutung zu.
Quelle: ADKV - Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine
Weiterführende Links: www.kunstvereine.de

