Zur Navigation springen
Zum Inhalt springen

Kulturmanagement Network

Internationaler Informationsdienst für Kultur & Management

Sie sind nicht
eingeloggt.
12. März 2010

Es folgt der Seiteninhalt

Es folgt der Seiteninhalt
Vorheriger Artikel Nächster Artikel
nächster Artikel: Neue Projekte in der Kultur St...
Seite zurück Liste
Meldung

Bühnenverband empört über drohenden Luzerner Kahlschlag

Der Schweizerische Bühnenverband (SBV) hat mit Bestürzung Kenntnis genommen von der Absicht, das Luzerner Theater in ein Einspartenhaus für Musiktheater umzuwandeln. Im Zusammenhang mit dem Planungsbericht rund um das wegweisende Projekt einer »Salle modulable«, das er unterstützt, ruft er die Behörden von Stadt und Kanton Luzern auf, alles vorzukehren, das traditionsreiche Theater als Dreispartenbetrieb zu erhalten.

Laut einer an seiner jüngsten Vorstandssitzung verabschiedeten Resolution käme die im Planungsbericht zur Diskussion gestellte Lösung für die Theaterlandschaft Innerschweiz einem Kahlschlag gleich. Wörtlich hält der Dachverband der bedeutendsten Berufsbühnen der Schweiz in seiner Stellungnahme fest:

Ein Kulturgut, das zu schützen ist

Bekanntlich haben in Luzern anonyme Gönner die Summe von 100 Mio. Franken für den Bau eines neuen Musiktheaters («Salle modulable») aufgebracht. Nicht finanziert sind die Betriebskosten, die gegenüber dem jetzigen Theater Mehrkosten von mindestens 7 bis 11 Mio. Franken ausmachen. Im soeben veröffentlichten Planungsbericht stellt der Stadtrat von Luzern zur Diskussion, das künftige Luzerner Theater auf das Musiktheater zu «fokussieren», die Sparten Schauspiel und Tanz in die freie Szene «auszugliedern» um damit die veranschlagte Finanzierungslücke zu kompensieren. Mit diesem Szenario zeigt der Planungsbericht einen radikalen Weg auf, welcher in der deutschsprachigen Theaterlandschaft ohne Beispiel ist.

Der SBV ist empört über den Kahlschlag des renommierten und ältesten Dreispartenhauses der Schweiz. Dass damit private Gönner indirekt über die zukünftige Form des Luzerner Theaters entscheiden, darf nicht akzeptiert werden. Der SBV ist der Ansicht, dass eine solche monokulturelle Ausrichtung zur Verarmung der Theaterszene in Luzern und der Zentralschweiz führen wird. Er ist der entschiedenen Meinung, dass die Vielfalt des kulturellen Angebots ein unter allen Umständen zu schützendes Kulturgut ist.

Heftige Reaktionen

Mit seinem Szenario verkennt der Planungsbericht die Arbeit, welche das Luzerner Theater auch in den Bereichen der Theatervermittlung sowie der Realisierung des Bildungsauftrages leistet. Dass dies von der Zentralschweizer Bevölkerung nicht goutiert würde, zeigen die vielen Reaktionen, welche in den vergangenen Tagen auch in den verschiedensten Schweizer Medien in Form von redaktionellen Beiträgen und Leserbriefen veröffentlich wurden. Es darf nicht sein, dass Gelder, welche für die Kunst bestimmt sind, zukünftig durch technische Infrastruktur aufgefressen werden. Der Schweizerische Bühnenverband begrüsst zwar die Initiative eines so innovativen Theaterprojekts wie der «Salle modulable», setzt sich aber mit Entschiedenheit gegen Spartenschliessungen ein. Er fordert mit dieser Resolution ein Luzerner Theater als Mehrspartenhaus mit eigenen Ensembles in der «Salle modulable».

Quelle: http://www.theaterschweiz.ch/

09.02.2010, Birgitta Borghoff
Quelle: Schweizerischer Bühnenverband (SBV)
Vorheriger Artikel Nächster Artikel
nächster Artikel: Neue Projekte in der Kultur St...
Seite zurück Liste
Ähnliche Artikel in Seite zurück Allen Themenbereichen
[Theater/Theatermanagement]

Ähnliche Artikel in Seite zurück Allen Sparten
[Theater/Theatermanagement]