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7. September 2008

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Porträt

Das 1. DokuArts Filmfestival in Berlin

Mit gemischten Eindrücken ging in Berlin das 1. DokumentarFilmfestival zu Ende, das sich ganz auf die Künste konzentriert hatte. Einerseits wurde von allen Seiten die Bedeutung eines solchen Festivals anerkannt, die Auswahl der Filme war interessant und bot viel Sehenswertes (u.a. »Wir können nur den Hass verringern - Daniel Barenboim und das West-Eastern Divan Orchestra« und »Richard Serra - Thinking on zour feet«). Auch das begleitende Forum mit Beiträgen und Diskussionen von Filmemachern und Experten bot einen guten Einblick in die Möglichkeiten, aber auch Schwierigkeiten des kulturellen Dokumentarfilms.

Auf der anderen Seite jedoch waren die Besucherzahlen sehr gering, obwohl die Filme und Veranstaltungen im zentral gelegenen Hamburger Bahnhof und in der Akademie der Künste stattfanden (Mitveranstalter zusammen mit dem IMZ - Internationales Musik & Medienzentrum, Wien, und dem EDN - European Documentary Network).

Inhaltlich jedoch wurde viel geboten. Dabei waren sich alle Forumsteilnehmer einig, dass auch der Dokumentarfilm sich den verändernden Begebenheiten im Medienmarkt anpassen muss. Wenn Fernsehanstalten in Deutschland, England und den Niederlanden geringere Reichweiten erzielen, geht das auch zu Lasten des Produktionsbudgets für Auftragsproduktionen. »Flexible Inhalte und Formate werden die Zukunft des kulturellen Dokumentarfilms bestimmen«, sagte Frank Scheffler, der drei unterschiedliche Versionen seines Films über den Musiker Elliot Carter (»A Labyrinth of Time«) geschnitten hat - einen »Director's Cut«, eine längere Kino-Fassung, die auf dem Festival präsentiert wurde und eine 45-Minuten Version für das Fernsehen.

Diskussionsrunde auf der DokuArts
Diskussionsrunde auf der DokuArts

Diskussionsrunde »Documentaries on Music - Connecting the Languages of Music and Film«
(Foto: Alain Roux)

Den Abschluss des Festivals machte eine aussergewöhnliche Produktion, die mit 450.000 Euro auch ein sehr großes Budget hatte, dass u.a. von arte und WNYC (einer Sendeanstalt in New York) kam. Ganz aus Archivmaterialien zusammen geschnitten präsentierte Regisseurin Fabienne Rousso-Lenoir ihren Film »From Shtetl to Swing«, der den jiddischen Einfluss auf die Entwicklung des Jazz aufzeigt.

Es bleibt zu hoffen, dass dieses Festival auch im nächsten Jahr stattfindet und dann wesentlich höhere Besucherzahlen hat.
Wigbert Böll, Korrespondent, Berlin/New York
07.10.2006, D H
Weiterführende Links: http://www.doku-arts.de
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