10 Jahre MAI-Tagung museums and the internet
Die erste Tagung ihrer Art war eingebettet in das Jahresprogramm 2001 des Fortbildungszentrums Abtei Brauweiler (ein Serviceangebot der Abteilung Museumsberatung des Rheinischen Archiv- und Museumsamtes des Landschaftsverbandes Rheinland).Zu dieser Zeit fanden Museen und Internet – als gesellschaftlich relevante Bereiche – immer mehr Berührungspunkte. Es fehlte aber ein Forum, eine Möglichkeit des fachlichen Austauschs und der Information über die vielfältigen Aspekte der Internetnutzung im musealen Bereich. Eine angemessene Beschäftigung mit diesem Thema sollte dabei aber über die Fragen des WebDesign oder der Bereitstellung von Inventardatenbanken im Internet hinausgehen. Wichtige Themen sollten vielmehr auch die besonderen Präsentations-, Werbe-, Marketing- und Kommunikationsmöglichkeiten des Internets sein. Virtuelle Ausstellungen, Online-Fundraising, Publishing on Demand, Customer-Relationship- und Content-Management, waren nur einige der Begriffe und Themenbereiche, die damals schon relevant waren.
Um diese und andere Themen zu erörtern, den Meinungsaustausch zu fördern, neue Entwicklungen vorzustellen sowie Informations- und Kontaktmöglichkeiten in kompakter Form zu bieten, fand am 28. und 29. Mai 2001 die erste Fachtagung »museums and the internet« statt. Veranstaltet wurde sie in Zusammenarbeit mit der „Virtual Library, Museen Deutschland“ sowie dem Historischen Centrum Hagen. Im Rahmen dieser Tagung wurde die Mailingliste „MuseumsProfessionals“ vorgestellt und freigeschaltet. Sie wurde später umbenannt in „H-MUSEUM“, eine moderierte Mailingliste im H-Net (Humanities and Social Sciences Online).
Künftig geplant war eine jährliche Ausrichtung - jeweils im Monat Mai - mit dem Schwerpunkt im deutschsprachigen und gesamt-europäischen Raum. Das Konzept verzichtete dabei bewusst auf einen festen Tagungsstandort sondern basierte auf Kooperationspartnern und Veranstaltungsorten in der gesamten Bundesrepublik.
Bis heute war die MAI-Tagung bei folgenden Institutionen zu Gast:
• 2001 – Historisches Centrum Hagen
• 2002 – Medienzentrum Rheinland, Düsseldorf
• 2003 – Stiftung Deutsches Hygiene Museum Dresden
• 2004 - Rheinisches LandesMuseum Bonn
• 2005 - Senckenberg - Forschungsinstitut und Naturmuseum, Frankfurt a.M.
• 2006 - Berlinische Galerie - Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und
Architektur, Berlin
• 2007 - ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe
• 2008 - Sprengel Museum Hannover
• 2009 - LVR-RömerMuseum im Archäologischen Park Xanten
Die aktuelle Tagung findet am 20./21. Mai 2010 im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg statt.
Darüber hinaus verstand sich die Tagung aber auch explizit als ein Gesprächs-, Austausch- und Kontaktforum. Ziel dieser Veranstaltungsreihe war und ist es, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit den für die Museen maßgebenden Entwicklungen des Internets bekannt zu machen, ihnen Impulse und Orientierung für die eigene Arbeit zu geben und sie zur Mitgestaltung neuer Strukturen zu ermutigen.
Adressaten sind alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Museen, Ausstellungshäusern und anderen Kulturdienstleistern und Kulturadministrationen sowie Archiven und Bibliotheken, die im Rahmen ihrer Tätigkeit bereits praktische Erfahrungen mit Internet-Auftritt und -Präsenz gewonnen haben - und das Medium auch weiterhin gezielt und nutzbringend einsetzen wollen - oder als Web-Master, Redakteur, Marketing- oder Presseverantwortlicher für den Internetauftritt der jeweiligen Institution verantwortlich zeichnen.
Themen – Sonderthemen - Workshopthemen
Tagungsrelevante Themen orientieren sich an den gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen und den Fortschritten in der Mediennutzung, der Informations- und Kommunikationstechnologien und deren Umsetzungen. Sie weisen eine hohe Bandbreite auf, wie die Liste mit möglichen Themenbereichen verdeutlicht, die in den jährlichen „Call for papers“ angeführt wird:
• Neue Projekte, Initiativen und Internetpräsenzen
(von z.B. Museen, Archiven, Bibliotheken, Universitäten, Fachhochschulen)
• Digitale Sammlungsrepräsentationen online
(z.B. Datenbanken, Content-Management-Systeme, Guided Tours)
• Strategien zum Suchen und Gefunden werden im
Internet (z.B. Portale, Suchmaschinen, Suchstrategien)
• Projekte an der Schnittstelle Museen und Schule
(z.B. Initiativen, Partnerschaften)
• Anwendungen zu barrierefreiem Internet im
kulturellen Bereich (z.B. Projekte, Tools, Qualitätsmanagement)
• Online-Marketing- und Kommunikationsmöglichkeiten
(z.B. RSS, Newsletter, Banner-Werbung)
• Neue technische und konzeptionelle Umsetzungen im Bereich »Web 2.0«
(z.B. Wikis, Blogs, Social-Bookmarks)
• Vermarktungsstrategien für Museen
(z.B. Online-Shops, Ticketing, eCommerce)
• Mobile-Computing und Mobile-Phones und deren
Einsatz im musealen/kulturellen Sektor
(z.B. Audio-Guides, PDA, Handy-Führungen, Downloads)
• Screen-Design und Usability für kulturelle WebSites
(z.B. Studien, Best-practice)
• Online-Games
(z.B. Theorien, praktische Beispiele)
Neben diesen Themen werden von Fall zu Fall auch Sonderthemen behandelt, die eine intensivere Bearbeitung und Beschäftigung verdienen oder verlangen.
An Sonderthemen wurde bisher berücksichtigt:
• 2002 - „Museum-Schule-Internet«
• 2003 - „Barrierefreier Internetzugang für Menschen mit Behinderungen«
• 2004 - „Content-Management-Systeme«
• 2007 - »Digital storytelling«
• 2009 - „Archäologie Online“
Das aktuelle Sonderthema für die MAI-Tagung 2010 im Germanischen Nationalmuseum lautet: »Kooperation – Kommunikation – Kollaboration«. Unter dieses Oberthema fallen nicht nur gemeinsame Forschungsprojekte von Museen und anderen Bildungs- und Gedächtnisinstitutionen (welche online organisiert oder ausgerichtet sind) sondern auch internetbasierte Wissensplattformen von Experten und »Laien«, sowie Kommunikations- und Publikationsstrategien im Museums- und Wissenschaftsbetrieb.
Seit 2002 werden (bei Bedarf) zudem auch tagungsergänzend und parallel jeweils zwei Workshops mitausgerichtet, in denen sich die Teilnehmenden ausgewählten Themen vertiefend widmen können.
Durchgeführt wurden bis jetzt folgende Workshops:
• E-Mail-Marketing - Praktische Umsetzung: Tipps + Tricks
• Online-Fundraising für Museen - Der WebSite-Check
• Do´s and Don´ts – Programmierung und Validierung von WebSeiten
• Barrierefreie Gestaltung und Personalisierung multimedialer Angebote mit XML-Techniken
• Schreiben und Gestalten für's Web mit CMS-Unterstützung - ein praktisches Fallbeispiel aus dem Technischen Museum Wien
• Fragen über Fragen: Was können Content-Managment-Systeme wirklich?Ihre Anforderungen an ein CMS - Können sie erfüllt werden?
• Evaluationsmethoden für die Überarbeitung (re-design) von kulturellen Web-Sites
• Suchmaschinen-Marketing für Museum-Websites
• Barrierefreie Websites – barrierefrei erhalten! Redaktionsarbeit, Qualitätssicherung und Zertifizierung im Zeitalter von Web 2.0
• Zielgruppe: Suchmaschine
gut gefunden werden – Webseiten-Optimierung
• Langzeitarchivierung digitaler Museumsdaten
• Der Einsatz von Wikipedia als Medium zur Dokumentation, zur Kommunikation und zum Marketing von Museen
• Web 2.0 im Kulturbetrieb - Lernen aus Praxisbeispielen / Hilfen bei Konzepterstellung
MAI-Tagung 2010 – „Die Zehnte“
Die nächste und zehnte MAI-Tagung findet – wie schon erwähnt – am 20./21. Mai 2010 im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg statt. Erstmals kooperiert diese MAI-Tagung nicht mehr nur mit der Institution am Veranstaltungsort. Die Kooperation wurde in diesem Falle auch auf die landesbezogene Museumsberatungsstelle – die Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern – ausgeweitet.
Die reguläre Teilnahmegebühr beträgt 110 Euro. Durch das Kooperationsabkommen mit der Landesstelle zahlen Mitarbeiter/-innen aus bayerischen Museen (ebenso wie Kolleginnen und Kollegen aus rheinischen Museen, Archiven und Bibliotheken) lediglich einen reduzierten Tagungsbeitrag von 60 Euro. Studierende und Volontärinnen/Volontäre zahlen nur 40 Euro. Die Teilnahme an einem Workshop kostet 20 € extra und ist nur in Verbindung mit der Tagungsteilnahme möglich. Der angegebene Tagungsbeitrag umfasst: die Tagungsunterlagen, die Teilnahme an allen Vorträgen, sowie die Pausengetränke und die Mittagsverpflegung am ersten Veranstaltungstag.
Die Anzahl der Tagungsteilnehmer beträgt ca. 80 Personen, für die Workshops sind jeweils max. 20 Teilnehmer vorgesehen. Bitte beachten Sie die begrenzte Teilnehmerzahl. Eine Aufnahme erfolgt nach Eingangsdatum der Anmeldung. Grundsätzlich können nur schriftliche Anmeldungen, per Post oder FAX, angenommen werden. Ein Anmelde-Fax-Formular wird im Laufe des Februar 2010 auf der Internetseite der Tagung bereitgestellt.
Der Link hierzu lautet: www.mai-tagung.lvr.de/Maitagung+2010/Anmeldung.htm
Wenn Sie auch weiterhin aktuell über die MAI-Tagung informiert werden möchten, so sollten Sie den Newsletter-Dienst der Tagung abonnieren, das sog. »MAI-Ling«.
Der Link dazu lautet: www.mai-tagung.de/mai-ling
Kulturmanagement Network ist am 20.5.2010 live vor Ort und berichtet auch über Twitter.


