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Wie überleben Freie Theater und Freie Tanztheater?

Es gibt Bücher, die haben für ihre Leser den Stellenwert einer Bibel. Dass ihr Gedrucktes ein Leitfaden fürs Leben, zumindest aber für das berufliche Dasein wurde, können allerdings nur wenige Autoren für sich in Anspruch nehmen.

Abgesehen von technischen Manuals sind solche Standard werke vereinzelt in der Werbebranche oder in der schreibenden Zunft auffindbar und die »Freien Theater« zählen auch zu diesen Glücklichen. Die neue Auflage berücksichtigt nicht nur allfälligen Gesetzesänderungen, sondern hat sich auch mit der besonderen Problematik der Tänzerinnen und Tänzer beschäftigt. Diese Beschäftigung ist noch nicht abgeschlossen und beansprucht auch keine Vollständigkeit.

Das Survival Kit von Stefan Kuntz gehört zu den wenigen Bü chern, die mit einem prägnanten Titel tatsächlich ihren Inhalt kurz und bündig umschreiben: Es geht um ökonomische und sozi alversicherungsrechtliche Fragen der »ach so Freien Theater in der immer Freieren Marktwirtschaft« - es geht tatsächlich um deren Überleben. Der Bundesverband Freier Theater e.V. gibt dieses absolute »Muss« (nicht nur) für seine Mitglieder heraus und hat mit dem Autor einen Kenner gefunden, der bei bald 35-jähriger Erfahrung im Metier weiß, wovon er spricht. Es geht Stefan Kuntz darum, Bedingungen für das Überleben Freier Theater zu schaffen, für ihre Ästhetik, besonderen Inhalte, Arbeitsstrukturen und Traditionen. Und er weiß, dass dies in erster Linie nur über den Praxisbezug gehen kann - über künstlerische Fragen wird viel geschrieben und diskutiert, über die »Kohle« nur gejammert.

Auf 454 Seiten entstand eine Broschüre, die sich elementarer Themen Freier Theater annimmt und ganz profan, in leicht verständlichen Ton und mit hervorragend einleuchtenden Erklärungen Problempunkte aufklärt, über die sich normalerweise der Künstler nur höchst ungern Gedanken macht: Wie ist das eigentlich, wenn ich mal krank bin? Oder einen Unfall habe? Wenn ich älter bin und nur noch bedingt belastbar? Ach ja, und Steuern sollen auch irgendwann bezahlt werden. Überhaupt: Wie sichere ich mich z.B. gegen Schadensersatzansprüche ab?

Selbstverständlich nimmt Stefan Kuntz gleich in seinem Vorwort Abstand von einer Vollständigkeit seiner Broschüre, im Gegenteil: Er fordert alle Interessierten zur zukünftigen Zusammenarbeit auf. Dennoch kann ohne Übertreibung gesagt werden, dass mit dem SURVIVALKIT ein (fast) komplettes Werk vorliegt, mit dem jeder im Freien Theater involvierte einen durchweg praxisbezogenen Leitfaden für den Weg durch Alltags-Dschungel aus Paragraphen, Versicherungen, Berufsgenossenschaften, Geschäftsbedingungen, Verträgen aller Art etc. findet.

Oder um es anders auszudrücken: Endlich haben die Freien Theater eine echte Chance, wirklich »frei« zu sein ...

Und noch ein Tipp: Wer lieber direkt am Bildschirm liest und das Gelesene weiterverarbeitet, sollte Survival Kit zusätzlich in der digitalen Version bestellen. Dann braucht er Verträge etc. nicht mehr abschreiben, sondern nur noch überarbeiten.

Bestellformular auf www.kuenstlerrat.de 

16.05.2010, Dirk Heinze
Quelle: Bundesverband Freier Theater
Weiterführende Links: www.freie-theater.de
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