Andreas Mailath-Pokorny
Standard: Programmkinomacher beklagen derzeit, dass die Umrüstung der Kinos auf digitale Projektion aufgrund der hohen Investitionen ein nächstes Kinosterben nach sich ziehen könnte. In Österreich stehen wir vor der Situation, dass die Cineplexx gerade rund 170 Säle digital ausgestattet hat und damit ihre Monopolstellung verstärkt. Gibt es diesbezüglich Initiativen der Stadt?
Mailath-Pokorny: Dazu muss man sich sehr rasch etwas überlegen. Wir haben das Instrument der Kinoförderung. Manche Kinos wie das Künstlerhaus schaffen es sogar aus eigener Kraft, das Problem für sich zu lösen. Ich kann nur Bereitschaft signalisieren, glaube aber, dass das eine gemeinschaftliche Sache zwischen Wirtschaftskammer, Verleihern sowie Stadt und Bund sein muss. Es kann nicht sein, dass die Stadt das allein übernimmt. Es ist ja primär eine technisch-wirtschaftliche Angelegenheit. Die Kinoförderung selbst wurde ja schon im vergangenen Jahr erhöht.
Standard: Um 120.000 Euro, aber alleine die Umrüstung eines einzigen Kinosaals kostet ...
Mailath-Pokorny: ... 80.000 Euro. Ich sage nicht, dass man das mit der Kinoförderung allein lösen kann. Aber wenn die Stadt sich um ihre Kinos kümmert, gehört dazu auch, dass wir uns bezüglich Digitalisierung an einer Lösung beteiligen.
Standard: Das klingt noch nicht sehr konkret. Vom Fachverband der Lichtspielhäuser hört man, dass aus dessen Sicht schon der Hut brennt.
Mailath-Pokorny: Es ist auch primär einmal Aufgabe der Kinos und der Verleiher, sich darum zu kümmern. Wir können uns nur beteiligen. Aber ich bin nicht vor zehn Jahren angetreten, um dem Wiener Kinosterben entgegenzutreten, und schau jetzt zu, wie die Digitalisierung einen ähnlichen Effekt haben könnte.
Standard: Das heißt, es gibt noch keine diesbezüglichen Gespräche.......
Lesen Sie mehr unter www.derstandard.at


