Kulturfrühstück zu Lokalität und Internationalität Salzburgs: Von blühenden Landschaften und fruchtbaren Sümpfen
Szene-Intendant und Gastgeber Michael Stolhofer eröffnete den Austausch mit einem Impulsreferat, in dem er in Anspielung an Helmuth Kohl blühende Landschaften in Salzburgs Kultur suchte. Er fragte, ob Salzburg nicht zu sehr Abspielstätte hervorragender internationaler Kunst sei, aber selbst zu wenig schaffe. Im Laufe des Vormittags wurde ihm mehrfach widersprochen. Salzburg bringe ausgezeichnete Künstler hervor, in der im internationalen Vergleich fast einzigartigen Kulturdichte fänden sich ausreichend Beispiele, so der Tenor, aber natürlich sei Selbstzufriedenheit gefährlich für das Kulturleben.
Diese enorme Dichte an Kulturveranstaltungen führte zur Frage, inwieweit es in Salzburg überhaupt ausreichend Publikum für diesen Angebot gebe. „In Salzburg gelten Personen mit drei Kulturbesuchen pro Jahr bereits als „Heavy User“, fügte Camerata-Intendant Lutz Hochstraate an. Der Vorsitzende des Dachverbands Tomas Friedmann sagte, dass man sich „neues“ Publikum schaffen könne, die Entwicklung der Literaturveranstaltungen in Salzburg seien ein Beispiel.
Die Teilnehmer waren sich einig, dass es mehr Kooperationen der Kulturveranstalter geben müsse, um so neue Zielgruppen anzusprechen. Movida-Veranstalter Werner Purkhart betonte, wie wichtig es sei, den richtigen Nährboden oder Sumpf zu fördern: „Die Zusammenarbeit mit Unis und FH zum Beispiel ist Gold wert, wir brauchen in Salzburg mehr progressive, fordernde und anspruchsvolle Kultur – auch im Nachtleben.“
Der Sprecher der Initiative Kulturstadt Salzburg, Fritz Urban, unterstrich die Notwendigkeit von Wut und Mut für das Schaffen von Kultur indem er an die Besetzung der Szene erinnerte. Landestheater-Intendant Carl Philip von Maldeghem merkte an, dass Lokalität und Internationalität auch immer eine Frage der Urbanität sei. „Salzburg kann man nicht mit Wien oder München vergleichen, daher ist es erstaunlich wie sehr Salzburg ein Sehnsuchtsort für viele Menschen in der ganzen Welt ist.“
Quelle: PLEON Publico,


