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Kulturfrühstück zu Lokalität und Internationalität Salzburgs: Von blühenden Landschaften und fruchtbaren Sümpfen

Rund 40 Teilnehmer fanden sich zum Kulturfrühstück der Initiative Kulturstadt Salzburg und des Dachverbands Salzburger Kulturstätten ein.

Das dritte Kulturfrühstück der Initiative Kulturstadt Salzburg und des Dachverbands Salzburger Kulturstätten im republic stand ganz im Zeichen von Lokalität und Internationalität. Die lebhafte Diskussion unter den rund 40 Teilnehmern drehte sich um um den Anspruch der Kulturstadt Salzburg, blühende Kulturlandschaft und fruchtbarer Nährboden zu sein.

Szene-Intendant und Gastgeber Michael Stolhofer eröffnete den Austausch mit einem Impulsreferat, in dem er in Anspielung an Helmuth Kohl blühende Landschaften in Salzburgs Kultur suchte. Er fragte, ob Salzburg nicht zu sehr Abspielstätte hervorragender internationaler Kunst sei, aber selbst zu wenig schaffe. Im Laufe des Vormittags wurde ihm mehrfach widersprochen. Salzburg bringe ausgezeichnete Künstler hervor, in der im internationalen Vergleich fast einzigartigen Kulturdichte fänden sich ausreichend Beispiele, so der Tenor, aber natürlich sei Selbstzufriedenheit gefährlich für das Kulturleben.

Diese enorme Dichte an Kulturveranstaltungen führte zur Frage, inwieweit es in Salzburg überhaupt ausreichend Publikum für diesen Angebot gebe. „In Salzburg gelten Personen mit drei Kulturbesuchen pro Jahr bereits als „Heavy User“, fügte Camerata-Intendant Lutz Hochstraate an. Der Vorsitzende des Dachverbands Tomas Friedmann sagte, dass man sich „neues“ Publikum schaffen könne, die Entwicklung der Literaturveranstaltungen in Salzburg seien ein Beispiel.

Die Teilnehmer waren sich einig, dass es mehr Kooperationen der Kulturveranstalter geben müsse, um so neue Zielgruppen anzusprechen. Movida-Veranstalter Werner Purkhart betonte, wie wichtig es sei, den richtigen Nährboden oder Sumpf zu fördern: „Die Zusammenarbeit mit Unis und FH zum Beispiel ist Gold wert, wir brauchen in Salzburg mehr progressive, fordernde und anspruchsvolle Kultur – auch im Nachtleben.“

Der Sprecher der Initiative Kulturstadt Salzburg, Fritz Urban, unterstrich die Notwendigkeit von Wut und Mut für das Schaffen von Kultur indem er an die Besetzung der Szene erinnerte. Landestheater-Intendant Carl Philip von Maldeghem merkte an, dass Lokalität und Internationalität auch immer eine Frage der Urbanität sei. „Salzburg kann man nicht mit Wien oder München vergleichen, daher ist es erstaunlich wie sehr Salzburg ein Sehnsuchtsort für viele Menschen in der ganzen Welt ist.“

Dr. Wolfgang Immerschitt
15.06.2010, Silke Stummer
Quelle: PLEON Publico,
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