Kulturmanagement konkret Band 3
Eine Rezension von Dirk Schütz
Das Institut für Kulturkonzepte mit Standorten in Wien und in Hamburg besitzt seit Jahren eine ausgewiesene Expertise in der Aus- und Weiterbildung professioneller Fach- und Führungskräfte für die Kultur. Diese erfolgreiche Arbeit lässt sich zudem an einem hervorragenden Netzwerk von Dozentinnen und Dozenten sowie Expertinnen und Experten aus allen Bereichen des Kulturbetriebs ablesen. Die Erfahrungen dieses Netzwerks werden seit einigen Jahren in der jährlichen Publikation „Kulturmanagement konkret“ veröffentlicht. Die nunmehr dritte Ausgabe dieser Reihe, die passend zum 15. Jahrestag der Gründung des Instituts in Wien und zum 5. Jahrestag der Gründung des Instituts in Hamburg erschien, versammelt wieder aufschlussreiche wissenschaftliche Beiträge, Erfahrungsberichte aus Praxisprojekten und Best-Practise-Modelle aus den unterschiedlichsten Bereichen des Kulturbetriebs und gibt somit einen lesenswerten Einblick in die Herausforderungen und Perspektiven für ein modernes Kulturmanagement. Kulturmanagement konkret heißt hier in diesem Buch:
- Aktuelle wissenschaftliche Beiträge
- Konkrete Projekte und Fragestellungen des Kulturmanagements
- Internationale Praxisbeispiele
- Reflektion über den Alltag des Kulturmanagements
- Hilfe zur Selbsthilfe
- uvm.
Unter den Überschriften „Berufsbild“ und „Zukunftsperspektiven“ schlagen die Autoren einen spannenden Bogen von den Anfängen des Kulturmanagements, seiner Identitätssuche als wissenschaftliche Disziplin und die sich verändernden Rollenbilder (Birgit Mandel), über eine mitreißend und amüsant philosophische Betrachtung der schier übermenschlichen Anforderungen an Führungskräfte im heutigen Kulturbetrieb mit wunderbaren Querverweisen zu Literaturquellen aus allen Bereichen der Themen Führung und Organisation (Leo Hemetsberger) zu den höchst spannenden Ansätzen und neuen Kooperationsmodellen der Firma Shapeshifters für den sich global rasant entwickelnden Bereich der Creative Industries (Interview mit Eric Poetschacher) bis hin zu einer anregenden Neukonzeption einer Kulturmanagementlehre, die nicht nur auf die besonderen Herausforderungen nach der globalen Finanzkrise reagieren muss, sondern mit den Entwicklungen der Creative Industries und der Krise einer administrationsorientierten Institutionenlehre einen neuen Ansatz des Kulturmanagements finden muss, der viel mehr unternehmerisch orientiert, nutzerorientiert und im Zuge der neuen Kommunikationstechnologien eine stärker öffentlichkeitsorientierte Kunst integriert (Giep Hagoort).
Abgerundet wird das Buch durch praktische internationale (Projekt-)Beispiele aus Asien, Afrika und Osteuropa, die auf die Besonderheiten in diesen Regionen eingehen und hilfreiche Hinweise auf Entwicklungen im internationalen Kulturmanagement geben. Zudem beleuchten Isgard Rhein und Birgit Schaarschmidt fundiert und anschaulich das immer aktuelle Thema des Urheberrechts bzw. der Nutzungsrechte, für das sie vor allem die Künstler selbst sensibilisieren wollen.
Ein wichtiges Thema, dass eher ein stiefmütterliches Dasein im Kulturmanagement fristet und durch die derzeitigen Entwicklungen wie bei der Love Parade 2010 oder den Museumsdiebstählen der letzten Monate immer wieder brandaktuell in die Schlagzeilen gerät, betrachtet Horst Dahmen in seinem Artikel: das Risikomanagement und welchen Stellenwert Sicherheit in den unterschiedlichsten Bereichen der Kultur haben muss.
Hilfreich und erwähnenswert ist, dass man als Leser nicht nur deutsche Artikel findet, sondern dass Autoren auch in Englisch veröffentlichen. Zudem erleichtern kurze Abstracts dem Leser und der Leserin den schnellen Einstieg in das Thema der jeweiligen Artikel.
Auch diese Ausgabe setzt die hohe Qualität der bereits veröffentlichten Bände fort und lohnt für alle Leserinnen und Leser den Kauf, die einen breiten und trotzdem fundierten Einblick in aktuelle Entwicklungen und Diskussionen des Kulturmanagements erlangen möchten.
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Weiterführende Links: www.kulturkonzepte.at


