Stadt- und Regionalmarketing im Fokus
Kaum eine Stadt oder Region kommt inzwischen ohne ein Marketingkonzept aus. Im Wettbewerb um den Zuzug von Menschen, die Ansiedlung von Unternehmen und nicht zuletzt um Touristen ist es unverzichtbar geworden, für den Ort und ein ganzes Gebiet zu werben, das eigene Markenimage zu pflegen und die Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit daraufhin abzustimmen.
Viele Kulturmanager haben daher ihren Beruf und ihre Berufung im Bereich Stadt- und Regionalmarketing gefunden. So ist es Zeit, in dieser Ausgabe des KM Magazins einmal eine Standortbestimmung vorzunehmen. Dabei stellen wir Ihnen zunächst zwei ganz unterschiedliche Erfolgsbeispiele für gelungenes Stadt- und Regionalmarketing vor. Wir sprachen mit dem Kulturdezernenten der Stadt Frankfurt am Main über die Rolle der Museen im Marketing der hessischen Metropole. Prof. Semmelroth zeigt im Interview u.a. auf, welche Abstimmungsprozesse in Marketing und Organisation hier wichtig sind. Das zweite Gespräch führten wir mit Harald Wanger aus Hameln. Seine Stadt durfte sich im vergangenen Jahr über die Auszeichnung als Stadtmarke des Jahres freuen. Insbesondere das Beispiel der Außenwerbung mit dem allseits bekannten Motiv des Rattenfängers zeigt, wie einfallsreich Stadtmarketing heute betrieben werden kann.
Dem Mega-Trend Kulturtourismus widmet sich der Unternehmensberater und Dozent Bernd Schabbing aus Heidelberg. Anhand aktueller Zahlen stellt er Typologien und Zielgruppen im Kulturtourismus vor. Er schildert außerdem, wie man sich hier als Stadt oder Region Wettbewerbsvorteile und Alleinstellungsmerkmale sichern kann. Über das geänderte Selbstverständnis und die Aufgabengebiete von Stadtmarketingorganisationen schreibt Edgar Eller aus Feldkirch (Vorarlberg). Das Vorstandsmitglied des Dachverbandes STAMA Austria zeigt nicht nur auf, welche Unterschiede es zwischen Stadtmarketing und klassischem Industriemarketing gibt, sondern betont, dass nicht alles, was die Kultur schafft, bereits eine Relevanz für das Stadtmarketing hat und sich überregional vermarkten lässt. Inwieweit ein Quartiersmanagement - verknüpft mit dem Anspruch zu einer Kulturentwicklung - im Stadtmarketing helfen kann, dieser Frage geht Julia Brielmann am Beispiel Esslingen nach.
Es ist nicht verwunderlich, dass aufgrund der dynamischen Entwicklung auf dem Gebiet des Stadt- und Regionalmarketings in den letzten Jahren auch zahlreiche Fachbücher erschienen sind. Zwei davon wollen wir Ihnen vorstellen. Zum einen rezensierte Prof. Hermann Voesgen den Sammelband »Entwicklungsfaktor Kultur: Studien zum kulturellen und ökonomischen Potential der europäischen Stadt« von Gudrun Quenzel. Prof. Sebastian Kaiser auf Kufstein empfiehlt zum anderen die Neuerscheinung »Strategisches Management alpiner Destinationen: Kultur als Wettbewerbsvorteil für nachhaltigen Erfolg« von Lukas Siller. Es lohnt sich, sich mit den neuesten Studien vertraut zu machen. Ein Porträt der Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland (bcsd) und unsere lexikalische Reihe Infoshot runden das Schwerpunktthema des Monats April ab.
Im allgemeinen Teil des Magazins finden Sie dann ein Interview mit dem Geschäftsführer des Deutschen Nationaltheaters Weimar Thomas Schmidt, der seit Januar auch Professor für Theater- und Orchestermanagement in Frankfurt am Main ist. Außerdem blicken wir zurück auf eine Veranstaltung zur Kunstvermittlung in Wien und voraus auf die 1. Crowdfunding-Konferenz im deutschsprachigen Raum, die am 15. April in Berlin stattfindet und von der wir als Medienpartner vor Ort berichten - natürlich auch live auf Twitter.
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