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Hintergrundbericht

Match made in Heaven?

Jérôme Bel © Feran Mc Rope

Mitte Oktober kündigten die Londoner Tate Modern Gallery und BMW eine neue Partnerschaft an, um künftig künstlerische Programme live im Internet zu übertragen. Die Zusammenarbeit könnte Schule machen.

BMW Tate Live - so der Name der Performance Room Serie, die im März 2012 mit Jérôme Bel starten soll. Der Franzose ist Choreograph und Tänzer, erforscht in seinen Arbeiten das Verhältnis zwischen Choreographie und Popkultur sowie die wechselseitige Beziehung zwischen Tänzer und Zuschauer. Hierbei bedient er sich häufig des Humors als künstlerisches Mittel, um mit den Konventionen des Theaters zu brechen. 
 
Die Zuschauer werden die Aufführungen nicht vor Ort, sondern ausschließlich live im Internet verfolgen. Und nicht nur das: sie können sich darüber auch im Chat oder über einschlägig bekannte Social Media Kanäle austauschen.
 
Chris Dercon, der Direktor der Tate Modern, zeigte sich stolz über die beschlossene Kooperation: »Nicht nur Programm und Sammlung der Tate werden immer internationaler, sondern auch unser Publikum - und wir müssen daran arbeiten, ihnen neue Wege der Präsentation unseres Angebots bieten. Die technologische Entwicklung hat den Zugang der Menschen zur Kunst verändert. Das Publikum erwartet heute mehr Interaktion, Beteiligung und Personalisierung als jemals zuvor.«
 
Und für Dr. Uwe Ellinghaus, Markenmanager bei BMW, ist diese Partnerschaft geradezu ein »match made in heaven«. Für den Automobilkonzern erweisen sich Projekte immer dann als erfolgreich, wenn sie eine internationale wie künstlerische Dimensionen besitzen. Ganz klar: man möchte Trendsetter sein, man will neue, auch jüngere Zielgruppen ansprechen. »Interkultureller Dialog ist nicht nur wünschenswert, sondern stellt das grundlegende Konzept für ein internatinal erfolgreiches Unternehmen dar.«
 
Doch zurück zum inhaltlichen Konzept: man setzt nicht nur auf international bekannte Namen, sondern auch auf Nachwuchskünstler aus dem visuellen oder choreographischen Bereich. Den Zuschauern bietet sich so die Gelegenheit, neue Kunst quasi aus erster Hand kennenzulernen - von jedem Ort der Welt aus.
Jede Aufführung wird rechtzeitig angekündigt, insbesondere um auf die verschiedenen Zeitzonen Rücksicht zu nehmen. Das Programm BMW Tate Live ist zunächst auf vier Jahre ausgelegt. BMW Tate Live wird kuratiert von Catherine Wood, Kuratorin der Tate für Zeitgenössische Kunst und Performance sowie Kathy Noble, Kuratorin für Interdisziplinäre Projekte der Tate.
Autor: Dirk Heinze
24.11.2011, Dirk Heinze
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