Kein Intendantenensemble in Zürich
Wie die Pressestelle des Züricher Theaters mitteilte, wird Ralf Fiedler als Chefdramaturg Kastenmüllers Stellvertreter. Damit steht nun fest, dass der Vorstoß des zehnköpfigen so genannten Intendantenensembles aus Hildesheim gescheitert ist. Dieser sah eine umfassende Umstrukturierung der künstlerischen Leitung vor und war »durchaus Ernst gemeint«, wie Sprecher Yves Regenass gegenüber Kulturmanagement Network betonte. Man habe sich das wirklich zugetraut. Die jungen Theatermacher sind oder waren Absolventen der Kulturwissenschaften sowie szenischen Künste an der Universtität Hildesheim. Prof. Dr. Wolfgang Schneider, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Kulturpolitik an der Hildesheimer Universität, hatte sich im Zuge der Bewerbung für die Absolventen stark gemacht. Er sah in der Teambewerbung nicht weniger als einen Paradigmenwechsel in einer Situation, wo »das derzeitige deutschsprachige Theatersystem … strukturell, inhaltlich und ästhetisch an einem Scheidepunkt« stehe. Statt hierarchischer Personalstrukturen brauche es kollektive Führung, statt Event Intervention und - »ein gesichertes Budget für ein permanentes Projekt«.
Man wollte wohl Entscheidungsprozesse schützen, kommentierte Yves Regenass das vorliegende Ergebnis der Findungskommission. Nun werde man in den nächsten Wochen strategisch beraten, wie man mit den Erfahrungen der Bewerbung umgeht. Ein erneuter Versuch an einem anderen Haus sei durchaus vorstellbar, so Regenass. Allerdings war die Zürcher Bewerbung » abgestimmt auf die konkrete Situation am Theater«, weshalb es immer ein eigenständiges Konzept braucht.
Nichtsdestotrotz war die Bewerbung des Intendantenensembles für das Zürcher Neumarkttheater ein spannendes Experiment, mit dem zu beschäftigen es sich lohnen würde. Und dies nicht nur theoretisch.
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