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7. September 2008

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Buchrezension

Betriebswirtschaft für das Kulturmanagement

Ein Handbuch von Petra Schneidewind, 204 Seiten, transcript-Verlag, Bielefeld 2006

Obwohl »das Kulturmanagement« die Vermittlung von Management Knowhow dem Wortsinn nach für sich beansprucht, fehlte es (zu) lange an einem grundlegenden betriebswirtschaftlichen Handbuch für den Kulturbetrieb. Diese Lücke wurde nun geschlossen. Es darf verwundern, dass erst ca. 15 Jahre nach der Gründung der ersten deutschen Kulturmanagement-Studiengänge ein solches Grundlagenwerk publiziert wird. Wahrscheinlich liegt eine Ursache darin, dass die Berührungsängste mit der Thematik auf Seiten von Kulturschaffenden nach wie vor groß sind. Um diese Ängste kennt die Autorin als Betriebswirtin, Kulturmanagerin und Dozentin. Entsprechend versucht sie, diese dem Leser zu nehmen, und so werden Schritt für Schritt die einzelnen betriebswirtschaftlichen Prozesse und Funktionen klar verständlich und für Einsteige erläutert. Bemerkenswert ist, dass die Verfasserin dabei immer sehr nah am Kulturbetrieb und seinen Spezifika bleibt.

Das Buch steigt inhaltlich bei den Zielen als grundlegende Voraussetzung betriebswirtschaftlichen Denken und Handelns ein und beschreibt zunächst das Erkenntnisobjekt Kulturbetrieb. Im Folgenden geht es um die Grundstrukturen eines Kulturbetriebs. Die Autorin erläutert Grund- und Dienstleistungsfunktionen im Rahmen des betriebswirtschaftlichen Funktionensystems. Dabei wirken die Begrifflichkeiten auf Kulturschaffende wahrscheinlich zunächst eher abschreckend, doch der Autorin gelingt es, mit klaren Formulierungen und Praxisbeispielen den Leser bei der Lektüre mitzunehmen. So erklärt sie beispielsweise die Grundfunktion Beschaffung anhand der bekannten Theaterdiskussion um Fremdbezug und Eigenproduktion.

Anschließend widmet sich die Autorin dem Schwerpunkt des Buches: dem Rechnungswesen. Innerhalb dessen findet der Leser das Thema Finanzbuchführung, das u.a. Erläuterungen zu den Themen Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Bilanzanalyse und Jahresabschlussanalyse bereithält. Dass die Autorin die Realität vieler Kulturbetriebe in öffentlicher Trägerschaft kennt, zeigt sich auch am Kapitel zur kameralistischen Rechnungslegung. Das umfangreiche Kapitel zum Rechnungswesen, das die bereits erwähnten Themenfelder umfasst, schließt mit der Kosten- und Leistungsrechnung (KLR). Hierbei geht es dann neben den Rechenelementen der Betriebsbuchführung oder Aufgaben und Zwecken der KLR, auch um eine zusammenfassende Darstellung der Vorteile der KLR.

Damit legt die Autorin den Grundstein für das letzte Kapitel des Buchtitels, das sich dem Thema Controlling widmet. Dass Controlling weniger mit Kontrolle als vielmehr mit Zielen und den Wegen dorthin zu tun hat, erläutertsie anschaulich anhand des Beispiels Ulmer Theater. Nicht nur das Kapitel, sondern auch das Buch schließt mit einer Einführung in die Balanced Scorecard. Ein Managementinstrument, das – so plädiert die Autorin – aufgrund seiner nicht nur monetären Zielorientierung „durchaus das zukünftige strategische Managementinstrument der Kulturbetriebe“ sein könnte!

Fazit: Ein Handbuch, das wirklich eines ist! Für alle Kulturschaffenden, die sich einen Überblick in Sachen Betriebswirtschaft verschaffen möchten und dabei zum ersten Mal mit der Thematik auf Tuchfühlung gehen!
Anna Handschuh
15.12.2006, V S
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