Buchrezension
Die Zukunft des Kunstmarktes - Zu Sinn und Wegen des Managements für Kunst
Mit dem Titel „Die Zukunft des Kunstmarktes. Zu Sinn und Wegen des Managements für Kunst“ wenden sich die Herausgeber an all diejenigen, die mit dem Kunstmarkt beruflich in Verbindung stehen und deren Arbeit von der Entwicklung des Kunstmarktes in Abhängigkeit steht. Wie die Autoren der insgesamt fünfzehn Beiträge können das Kunsthistoriker, Betriebswirte, Kulturmanager, Künstlerinnen und Künstler, Galeristen oder Kunstförderer sein. Wie die Herausgeber bereits im Vorwort erklären, basiert die Publikation auf einem Projekt, mit dem Experten aus den Bereichen Kunst & Kultur und Wirtschaft, so Jean-Christophe Ammann, Bazon Brock, Peter Conradi, Alice Creischer, Wilfried Dörstel, Andreas Dornbracht, Bernd Günter, Walter Grasskamp, Andrea Hausmann, Arnold Hermanns, Bernd Kauffmann, Tobias Kollmann, Gerd Harry Lybke, Klaus Siebenhaar, Andreas Siekmann und Klaus Staeck, gebeten wurden, Prognosen für die zukünftige Entwicklung des Kunstmarktes zu erarbeiten. Das Produkt dieses Projektes, das 1999 initiiert und unter Verwendung der Delphi-Analyse realisiert wurde, ist nun in dieser Publikation veröffentlicht. Ziel des Buches ist es, nicht nur die von den Autoren erarbeiteten Prognosen darzulegen, sondern gleichermaßen Anstöße zu liefern, in welcher Weise in die prognostizierte Zukunft des Kunstmarktes sinnvoll eingegriffen werden könnte. Das Buch versteht sich, so die Herausgeber, als „Diskussionsgrundlage“, was sich formal und inhaltlich in diesem Buch bestens niederschlägt. Nach einer kurzen Einführung der Herausgeber werden alle Autoren in Form von Kurzbiographien vorgestellt, wobei knapp und prägnant die Positionen und Statements der Autoren zum vorliegenden Thema zusammengefasst sind. Insgesamt werden sieben Themenbereiche behandelt: Kunstmarkt (Kunst und ihr Verhältnis zur Wirtschaft), Beziehung von Kunst, Wirtschaft und Gesellschaft, das Museum (auch in Verbindung mit betriebswirtschaftlichen Komponenten und Problemen), die Finanzierung von Kunst & Kultur, Kunstvermittlung am Beispiel Galerie, die betriebswirtschaftliche Bedeutung der neuen Medien für den Kunstmarkt und zuletzt die Rolle des Staates im Kultursektor. In dieser Reihenfolge erscheinen die Beiträge der Autoren, in denen die Prognosen, Statements und Argumentationen ausführlich beschrieben und zumeist hinreichend belegt sind. Abwechslungsreich gestaltet sich das Buch durch Beiträge, die in Form von Interviews abgefaßt sind. Dem Thema und dem Ziel des Buches gerecht werdend, wird beim Lesen der Eindruck vermittelt, man säße mitten in einer Diskussionsrunde, die versucht, das Thema und die daraus abzuleitenden Handlungsmöglichkeiten spiralförmig zu umkreisen. Aufgrund der unterschiedlichen Denkansätze und der (in der Sache des Projektes selbst begründeten) sehr unterschiedlichen Sprachformulierungen der einzelnen Autoren ist es nicht immer leicht, dem Argumentationsfaden zu folgen. Auch die Ideen zu Anstößen, aus denen der Leser konkrete Handlungsmöglichkeiten ableiten könnte, sind nicht immer direkt ersichtlich, sondern bedürfen einer intensiven Lesestudie der Beiträge. Die formale Beschaffenheit des Buches, insbesondere die äußerst kleine Schriftgröße, tragen zudem dazu bei, dass das Buch nicht unbedingt „mal zwischendurch“ gelesen werden möchte. Wer sich aber Zeit nehmen möchte, intensiv in eine Diskussion über die Vergangenheit und Zukunft des Kunstmarktes sowie ihre Rolle im wirtschaftlichen Bereich auseinandersetzen möchte, kann sich durch diese Publikation ein Forum erkaufen, dem es an inhaltlichen Aspekten keineswegs mangelt.
Michaela Rung-Kraus
01.01.1970

