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Ein Pompidou in China und ein Louvre in Abu Dhabi
Das müssen Sie auch, denn schon heute muss z.B. das Musée du Louvre ca. 40% seines Haushalts selbst einnehmen. So wollen zuhause die »fonctionnaires« des Louvre entsprechende Gehälter beziehen und die Besucher möchten prachtvolle Räumlichkeiten präsentiert bekommen.Wie umstritten internationale Kooperationen auch immer sind (und wie wichtig eine Diskussion darüber ist), fest steht: Ihre Motive in Frankreich sind nicht nur hochpolitisch und zielen auf kulturelle Präsenz in sog. Zukunftsmärkten ab, sondern sie sind auch einfach finanzieller Natur. So müssen die Kulturinstitutionen der Grande Nation hinter den Kulissen längst viel marktorientierter arbeiten, als von offizieller Seite zugegeben wird.
Nicht umsonst erfährt die Öffentlichkeit über diese internationalen Kooperationen der großen französischen Museen wenig bis nichts. Vor allem das Eingeständnis, dass auch die Kulturnation Frankreich mit ihrem horrenden Staatsdefizit längst neue, auch streitbare Geldquellen erschließen muss, um die Kulturlandschaft zu Hause zu retten, würde das kulturelle Selbstverständnis des Landes bis ins Mark erschüttern. A propos: Man darf gespannt sein, wie sich die französischen Präsidentschaftskandidaten in dieser heißen Debatte positionieren.
www.nzz.ch/2007/01/08/fe/articleESV9C.html
Anna Handschuh, Stuttgart
10.01.2007, D H

