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5. Dezember 2008

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Porträt

»Man reist am besten, indem man fühlt«

Große Literaten, die im Literaturhaus Hamburg eine Lesung halten, haben eines gemeinsam. Sie übernachten gratis im Hotel Wedina, dem Literaturhotel gleich ums Eck.

Daher hat dieses Hotel, bestehend aus dem roten, gelben, blauen und grünen Haus, ein Haus und zwar das Blaue ganz der Literatur verschrieben. Jedes Zimmer ist einem Literaten gewidmet. Wie man das merkt? Am Bett liegt eine Gute-Nacht-Geschichte, auf der Wand liest man ein Zitat und im Regal stehen handsignierte Bücher des Autors und Informationen über ihn. Das Hotel Wedina hat die größte handsignierte Bibliothek eines Hotels. Auch im Eingangsbereich finden sich unzählige Bücher und genug Platz zum Verweilen, Schmökern und Diskutieren. Das war der Grund, warum wir kürzlich einen Flug direkt von Klagenfurt nach Hamburg buchten, da wir alle gerne lesen und uns mit zeitgenössischer Literatur auseinandersetzen.

Die Atmosphäre im Hotel ist ungewohnt. Man fühlt sich, als ob man nach Hause kommt. Es ist zwar alles etwas á la miniature, doch so gut durchdacht, dass es Spaß macht, die architektonischen Lösungen zu entdecken
und das eine oder andere vielleicht zu Hause zu übernehmen.

Das Haus – man sollte es wirklich nicht Hotel nennen – verleiht seinen Gästen neben vielen anderen Serviceeinrichtungen auch Fahrräder. Es machte uns natürlich große Freude, vom Georgsviertel bis ins Schanzenviertel mit kleinen Zwischenstopps in Galerien, Bars und Buchläden zu radeln. In der Zwischenzeit nahm der andere Teil an eine Literaturführung teil. Sie entdeckten spannende Seiten von Hamburg und hatten viel zu erzählen.

Am Abend ging es natürlich ins Musical. Das war der einzige Bruch des ganzen Kultururlaubes, denn zu dem blauen Haus, der individuellen Radel- und Literaturtour, den zeitgenössischen Galerien und trendigen Bars im Schanzenviertel passte ein hoch kommerzielles Musical (fast) gar nicht.

11.04.2007, Cornelia Haider
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