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5. Dezember 2008

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Konferenzbericht

Wichtigste internationale Museumskonferenz tagt erstmals in Wien

Vom 19. bis 24. August 2007 ist die Generalkonferenz von ICOM – International Council of Museums, des weltweiten, der UNESCO assoziierten Museumsverbandes, in Wien zu Gast.

Zum ersten Mal in der 60-jährigen Geschichte von ICOM findet diese für Museen wichtigste, internationale Fachkonferenz, zu der ca. 2.500 Teilnehmer aus der ganzen (Museums-) Welt erwartet werden, in Österreich statt. Die Konferenz steht unter dem Ehrenschutz des Bundespräsidenten der Republik Österreich, Dr. Heinz Fischer.


Unter dem Titel »Museen und Universelles Erbe« stehen Museen, deren Selbstverständnis, Bildungsauftrag und Zukunft im Mittelpunkt der interessierten Öffentlichkeit und der Fachpresse. Die verschiedenen Konferenzbeiträge befassen sich insbesondere mit dem Spannungsfeld zwischen individueller und universeller Verantwortung für das gesamthumane kulturelle Erbe der Menschheit.

Gleich zu Beginn der Konferenz, am 19.08.2007, im Anschluss an die Eröffnungszeremonie, erörtern 5 international renommierte Festredner aus verschiedenen musealen und kulturpolitischen Bereichen unterschiedliche Aspekte des Themas:

Elaine Heumann Gurian (USA), Prof. Jyotindra Jain (Indien), Prof. Peter Kampits (Österreich), Prof. Susan Legêne (Niederlande) und Prof. Christoph Stölzl (Deutschland). Die darauf folgende Paneldiskussion moderiert Prof. Hans Belting.

Die Festredner nähern sich dem Konferenzthema unter folgenden Aspekten:

  • Besucher als Lehrer – Museum als Ermöglicher
  • Museum: Objekt, Gedächtnis, Historiographie
  • „Museen. Werte zwischen Erbe und Zukunft
  • Erbe und die Politik des nationalistischen Diskurses
  • Museen als kulturpolitische Orte

In den folgenden Konferenztagen, erarbeiten 31 internationale Arbeitgruppen (ICOM International Committees), die sich aus Fachleuten unterschiedlicher musealer Sparten und Arbeitsfelder zusammensetzen, fachspezifische Aspekte des Themas. Im internationalen Museumskontext ausgewiesene Koryphäen und Experten beleuchten Fragestellungen z.B. aus den Bereichen Internet und neue Medien, Sammlungspolitik, Leadership, Sicherheit, Ressourcenmanagement. Hierbei wird die gesamte museale Bandbreite von Kunst über Geschichte, Völkerkunde, sowie Spezialsammlungen wie z.B. Musikinstrumente und Textilien, bis hin zu Universitäts- und Architektursammlungen und Geldmuseen abgedeckt.
Einige Highlights aus dem Themenpapier der Konferenz:

  • die Rolle von Museen unterliegt in zunehmendem Maße Wandel und Veränderung
  • der „Wert“ von Museen ergibt sich primär aus den Sammlungen und den damit verbunden individuellen Kompetenzen
  • willkürliche Verbreiterung des Ausstellungsprogrammes macht Museen zu reinen Stätten von »Event-Kultur«
  • die Fokussierung der Arbeit von Museen auf rein quantitative Kriterien ist irreführend
  • Wachstum und Erweiterung ohne entsprechende Anpassung der Infrastruktur sind unvernünftig und führen zum Absinken der Qualität von Museumsarbeit
  • Museen und ihre Sammlungen sind oftmals das repräsentative Abbild von nationaler Identität und gesellschaftlicher Gegebenheiten
  • Museen sind Orte und Horte von Wissen und Know-how
  • Museen stehen vor der Aufgabe, Sammlungsobjekte nicht als pekuniäre Objekte zu betrachten, sondern sie zu kontextualisieren und anhand ihrer das Wissen über human-kulturelle Errungenschaften und Leistungen der Vergangenheit zu mehren und zugänglich zu machen
  • Museen spielen herausragende Rolle bei der Entwicklung und Modellierung von Strategien zur Stärkung gesellschaftlicher Identität

Ergänzend zu den Tagungen der Arbeitskreise, die dem Fachpublikum vorbehalten sind, gibt es ein umfangreiches Rahmenprogramm.
Neben Spezialführungen und abendlichen Fachvorträgen in Wiener Museen bietet Meet the Muse allabendlich in der Aula der Akademie der bildenden Künste einen entspannten Ausgangs-, Treff- und Sammelpunkt.

Darüber hinaus wird am Exkursionstag und im Rahmen der Post-Konferenz den Teilnehmern mannigfaltige Gelegenheit gegeben, Museen in ganz Österreich zu entdecken.
Besonderes Highlight während der Generalkonferenz wird die erste Wiener Museumsfachmesse ICOM 2007 - vom 20. bis 22. August 2007 im Arkadenhof der Universität Wien - sein. Die Messe soll exklusiv den KonferenzteilnehmerInnen die Möglichkeit bieten, Innovationen in der musealen Betriebsführung und im Ausstellungswesen kennen zulernen und von den Erfahrungen und Angeboten der internationalen Aussteller zu profitieren.

Zum Programm der Konferenz ist eine umfangreiche Broschüre erschienen. Die Ergebnisse der Konferenz werden im Anschluss publiziert werden

06.08.2007
Quelle: ICOM
Weiterführende Links: www.icom2007.com
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