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NRW fördert Konzeptentwicklung soziokultureller Zentren
»Die soziokulturellen Zentren sind ein Musterbeispiel für bürgerschaftliches Engagement und für die Landesregierung ein wichtiger Teil der Freien Szene. Ihre Arbeit soll in den kommenden Jahren gestärkt und qualifiziert werden«, erklärte Grosse-Brockhoff am Donnerstag in Münster. Er regte an, den »sehr sperrigen und akademischen Begriff 'Soziokultur'« zu modernisieren.Grosse-Brockhoff betonte, dass der gesellschaftliche Anspruch der Zentren bekanntlich immer schon sehr hoch gewesen sei. Nach wie vor stünden im Mittelpunkt der Arbeit die Entwicklungen und Probleme im jeweiligen Stadtteil und in der Stadt. »Sie machen soziale und kulturelle Angebote für alle Bevölkerungsgruppen und reißen Barrieren nieder, die etablierte Häuser noch immer haben«, sagte Grosse-Brockhoff. Dies gelte insbesondere für die Arbeit mit einem jungen Publikum und mit Migrantinnen und Migranten. Für beide Zielgruppen gebe es besondere Angebote. Damit leisteten die soziokulturellen Zentren einen Beitrag zum gesellschaftlichen Wandel auf Stadtteilebene und auf regionaler Ebene.
Der Fokus der kulturpolitischen Debatte sei heute verstärkt auf die Frage gerichtet, welchen Beitrag Kunst und Kultur für den Strukturwandel, für die Integration oder die kulturelle Bildung leisten könne. Für die Zukunft wünsche er sich, dass die Künste auch in der Arbeit der soziokulturellen Zentren eine zunehmend wichtigere Rolle einnehmen sollten, erklärte Grosse-Brockhoff.
Das Land will deshalb hier in Kooperation mit der LAG Soziokultur eine Hilfestellung leisten und die Konzeptentwicklung soziokultureller Zentren im künstlerischen Bereich fördern. Als Schwerpunkte könne er sich hier Themen wie interkultureller Dialog, Integration, Migration, Kunst und Kultur anderer Länder und Kontinente, Kunst und Kultur für Kinder, Jugendliche und Senioren samt generationsübergreifender Konzepte vorstellen, sagte Grosse-Brockhoff. Für dieses Förderprogramm sollen in den nächsten Jahren jeweils 250.000 Euro zur Verfügung gestellt werden, vorbehaltlich der Haushalts-Entscheidungen des Landtags.
Die Förderentscheidung trifft die Staatskanzlei auf der Grundlage der Empfehlung einer Jury, der sachkundige Kenner verschiedener Kunstsparten, der soziokulturellen und der Freien Szene angehören werden.
Grosse-Brockhoff erklärte, er hoffe, dass die Konzeptförderung des Landes ein wichtiger Impulsgeber für die Zukunftsfähigkeit der Zentren werden wird. Wichtig sei ihm, dass die Kommunen und auch Sponsoren von Anfang an einbezogen seien, da es keine Vollfinanzierung durch das Land geben könne.
Quelle: Landespresse- und Informationsamt Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, 2. Februar 2006

