Nationaltheater Weimar jetzt auch Staatstheater
Dem Freistaat gehören damit seit Beginn diesen Jahres 79 Prozent der Geschäftsanteile der Theater-Betriebsgesellschaft, die restlichen 21 Prozent verbleiben bei der Stadt Weimar. Das Theater hat nun Planungs- und Zukunftssicherheit: Eine Fusion der Theaterhäuser Erfurt und Weimar sei vorerst kein Thema mehr, hieß es aus der Landesregierung. Der Zuschuss für das Staatstheater Weimar liegt ab 2009 bei rund 21 Millionen Euro, wovon das Land 16,6 Millionen übernehmen wird. Mit der Erhöhung der Finanzierung läuft dann auch das von Intendant Stephan Märki initiierte »Weimarer Modell« aus, für welches die mehr als 400 Mitarbeiter des Hauses jahrelang auf tarifliche Lohnsteigerungen verzichtet hatten. Ziel dieser finanziellen Durststrecke war der Erhalt aller Sparten und – damit verbunden – die Chance auf ihre Weiterentwicklung. Mit spartenübergreifenden Arbeiten, einem vollständigen »Ring des Nibelungen« sowie mehreren überregional beachteten und ausgezeichneten Schauspiel- Inszenierungen hatte das Deutsche Nationaltheater Weimar in den letzten Jahren künstlerisch auf sich aufmerksam gemacht und seinen Anspruch auf Eigenständigkeit auch inhaltlich untermauert. Diese soll auch weiterhin erhalten bleiben – denn künstlerische und inhaltliche Entscheidungen trifft die Leitung des Hauses auch künftig allein. Bis auf den Namenszusatz ändert sich auch sonst zunächst nicht viel, die höheren Zuschüsse fließen erst ab dem Jahr 2009. Wie die zusätzlichen Gelder dann – über die überfällige Erhöhung der Löhne, Gehälter und Gagen hinaus – genau verwendet werden sollen, steht noch nicht fest. Auch inwiefern der neue Name Einfluss auf die gerade erst überarbeitete Corporate Identity des Hauses haben wird, muss noch geklärt werden. Fest steht für Marketingchefin Constanze Dahlet jedoch auf jeden Fall: »Auch wenn es keine schlagartigen Änderungen gibt, wird sich der Status Staatstheater auf lange Sicht positiv für uns auswirken, da wir uns damit erneut von anderen Theatern abheben.«

