Vielfalt und Kooperationen – Kulturelle Bildung in Österreich
Aufgrund eines sehr engen Zeitplans haben wir uns zu einer Umsetzung dieses Auftrags im Sinne einer aktivierenden Begleitforschung entschieden. Durch Interviews bzw. die Organisation von Runden Tischen in ganz Österreich konnten wir Stimmen von mehr als 100 AkteurInnen aus dem Schul- und Bildungs-, bzw. Kunst-, Kultur- und Jugendbereich einholen. Dabei zeigte sich, dass bereits jetzt eine Vielzahl von Aktivitäten stattfindet. Davon kann man sich in Kurzdarstellungen von rund fünfzig, nach unterschiedlichen Kategorien geordneten Einzelprojekten unschwer überzeugen. Diese leben aber in der Regel vom besonderen Engagement und Enthusiasmus der einzelnen BetreiberInnen, die sich oft gegen die bestehenden Strukturen durchsetzen müssen. Viele von ihnen arbeiten isoliert und wissen nichts oder nur sehr wenig voneinander, was sie zwingt, in zum Teil zermürbender Weise das Rad immer wieder neu zu erfinden.
Die Äußerungen bestätigten, dass Kulturvermittlung als Form der »konsequenten Besucherorientierung« im österreichischen Kulturbetrieb nicht verankert ist, obwohl Schulklassen einen Großteil der BesucherInnen ausmachen. Dies zeigt sich in der Tendenz, in diesem Bereich mit einem knappen Budget jonglieren zu müssen, das der ständigen Kürzung ausgesetzt ist, und vorwiegend mit freien MitarbeiterInnen zu arbeiten.
Aus den Rückmeldungen ergab sich ganz unmittelbar der Bedarf einer gemeinsamen Strategieentwicklung. Gefordert wurde die Entwicklung eines überzeugenden, politisch umsetzbaren Zukunftsszenarios. Dieses sollte als Grundlage für die Erarbeitung eines konkreten Ziele- bzw. Maßnahmenkataloges dienen, der sowohl qualitativ als auch quantitativ nachvollziehbare Kennziffern enthalten sollte: Wie soll kulturelle Bildung in Österreich in 10 Jahren verankert sein oder konkreter: Mit welchen Mitteln und Ressourcen sollen welche Wirkungen erzielt werden?


