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21. November 2008

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Konferenzbericht

Volkskultur lebt, wenn sie gelebt wird

Ein Rückblick auf die Sommerakademie des Österreichischen Volksliedwerks, die vom 28. bis 31. August 2008 im Stift Reichersberg/Inn stattfand. Verleihung des Walter-Deutsch-Preises an Volker Derschmidt

Von 28.-31. August 2008 fand im Stift Reichersberg in Oberösterreich unter dem Motto »Volkskultur als Dialog"die Sommerakademie des Österreichischen Volksliedwerks statt. Das Angebot war so vielseitig wie die Volkskultur selbst. In Vorträgen und Workshops, aber auch bei Musikantenstammtisch, Frühschoppen und Mundartmesse gelang es, eine Brücke zwischen gelebter Volkskultur und wissenschaftlicher Auseinandersetzung zu schlagen. Die Vorträge besuchten rund 80 Gäste aus volkskulturellen Einrichtungen aber auch aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft. 

„In Zeiten der Globalisierung ist es umso wichtiger, die individuelle Volkskultur als Zeichen der Unverwechselbarkeit deutlich zu machen“, ist Professor Dr. Konrad Köstlin, Vizepräsident des Volksliedwerks und Vorstand des Instituts der Europäischen Ethnologie der Universität Wien, überzeugt.

Fazit der Veranstaltung: In modernen Gesellschaften ist Volkskultur ein Dialog zur Selbstvergewisserung. Sie ist ein aktiver Teil der Gesellschaft, der im Dialog mit anderen Kulturbereichen steht. In Volkskulturen stecken damit noch große Potentiale und viele Möglichkeiten, die es zu aktivieren gilt. „Volkskultur ist voller Initiativen für die Zukunft und keineswegs rückwärts gerichtet“, betonte demnach auch LH Dr. Josef Pühringer, Präsident des Österreichischen Volksliedwerks, im Rahmen der Eröffnung der Sommerakademie. 

Verleihung des Walter-Deutsch-Preises an Volker Derschmidt

Besonderer Höhepunkt der viertägigen Veranstaltung war der Oberösterreichische Landler-Abend anlässlich der Verleihung des Walter-Deutsch-Preises 2008 an den oberösterreichischen Musikanten, Pädagogen und Musikforscher Volker Derschmidt. Der vom bm_wf ausgelobte und vom Österreichischen Volksliedwerk vergebene Preis geht an Personen, die sich außerhalb von Institutionen um die Volkskulturforschung verdient machen. Die feierliche Verleihung erfolgte durch LH Dr. Josef Pühringer, Präsident des Österreichischen Volksliedwerks.

„Mit der Verleihung des Preises an Volker Derschmidt wird ein Musikant, Pädagoge und Forscher ausgezeichnet, dem es gelingt, Volksmusik und Volkstanz vielschichtig lebendig zu halten“, begründet Walter Deutsch, Vorsitzender der Jury, die Entscheidung. „Was Luis Trenker für die Bergsteiger ist Volker Derschmidt für die Volksmusik“, bringt es LH Pühringer auf den Punkt. 

Volker Derschmidt ist Musikant, Pädagoge und Forscher. Sein Wissen und Können umspannt einen weiten Bogen der Volksmusik. „Ich habe mich auf Vielseitigkeit spezialisiert“, beschreibt Derschmidt sein Wirken, das so wie sein Name weit über volksmusikalische Fachkreise hinaus im deutschsprachigen Raum und unseren Nachbarländern ein Begriff ist. 

Der Walter-Deutsch–Preis

Der Walter-Deutsch-Preis wird alle 2 Jahre in Anerkennung besonderer wissenschaftlicher Leistungen auf dem Gebiet der Volksliedforschung verliehen. Er wurde 1994 vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung ins Leben gerufen und nach dem Volksmusikforscher Walter Deutsch benannt. Dieser Preis kommt vorrangig jenen Personen zugute, die nicht in einschlägigen Institutionen arbeiten, sondern die neben ihrem Beruf  wichtige wissenschaftliche Publikationen zum Thema „Volksmusik“ verfassen. Dabei finden besonders jene Leistungen Anerkennung, bei denen die methodische Erfassung oder Vermittlung der Volksmusik als zukunftsorientierten Lebensausdruck im Mittelpunkt stehen.

Der Preisträger wird von einer unabhängigen Jury ermittelt, der neben Walter Deutsch selbst, Ehrenpräsident des Österreichischen Volksliedwerks, renommierte Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Forschung sowie Mitglieder des Volksliedwerks angehören.

Biographie Volker Derschmidt

Der am 22. Dezember 1934 in Linz geborene Volker Derschmidt entstammt einer Oberösterreichischen Lehrer und Volksmusikdynastie, die bis 1763 zurückreicht. Nach dem Besuch des Realgymnasiums in Wels absolvierte er eine Ausbildung zum Volksschullehrer und war bis zu seiner Pensionierung in diesem Beruf tätig. 

Seine Freizeit widmet er der Volksmusik. Gemeinsam mit der Welser Rud trug die Familie Derschmidt in der Nachkriegszeit wesentlich zur Weiterentwicklung der Volkskultur in Oberösterreich bei. Volker Derschmidt spielt Geige, Oboe und Flöte in zahlreichen Ensembles. Er leitete daneben auch das Josef Jobst Orchester. 

02.09.2008, D H
Quelle: Österreichisches Volksliedwerk
Weiterführende Links: www.volksliedwerk.at
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