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21. November 2008

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Management und Marketing von Konzerthäusern


Autor: Michael Theede
361 Seiten
Veröffentlichung: Juni 2007
Verlag: Peter Lang
Einband: Taschenbuch
ISBN: 3631563469
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Verlagstext

Das Thema «Marketing» ist in der Ausbildung und Praxis heutigen Kultur- und Medienmanagements von zentraler Bedeutung. Das Buch beschreibt den Stand des heute praktizierten Kulturmanagements an deutschen Konzerthäusern. Dazu wurden 12 Intendanten von führenden deutschen Konzerthäusern anhand eines detailliert ausgearbeiteten Fragebogens interviewt. Ziel war es, innovative Konzepte unter besonderer Berücksichtigung des Marketings ausfindig zu machen.

Der Autor: Michael Theede, geboren 1975; Studium der Musik an der Musikhochschule Lübeck, des Kultur- und Medienmanagements an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg sowie der City University of London als Stipendiat der Europäischen Union (Diplom-Kulturmanager); Doktorand am Institut für kulturelle Innovationsforschung der Hochschule für Musik und Theater Hamburg; 2007 Promotion; Dozent für Kultur- und Medienmanagement an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg.

Rezension:

von Tobias Werner, Berlin


Im Reigen der sich mit Kulturmarketing befassenden Literatur ist mit der Publikation von Michael Theede eine Lücke geschlossen worden: Nachdem Kultur und Marketing nicht mehr länger als unvereinbar gelten, stürzt sich die neue Generation von Kulturmanagern und Kulturwissenschaftlern nun auf die Analyse von angewandtem Marketing in allen Bereichen unseres kulturellen Lebens. Michael Theede legt in seiner Dissertation seinen Schwerpunkt auf die Konzerthäuser in Deutschland, in denen sich das Marketing ebenfalls bereits etabliert hat. Grundlage bildet dabei die Befragung von zwölf Intendanten führender deutscher Konzerthäuser. Anhand der Ergebnisse stellt der Autor in seiner Analyse zunächst aktuelle Marketingkonzepte für Konzerthäuser vor und legt den Schwerpunkt auf die Publikumsorientierung. In einem zweiten Schritt betrachtet Theede die Bedeutung des Zusammenwirkens von Kulturinstitution und Publikum für das heutige Konzertleben und stellt Auswirkungen auf neue Marketing-Strategien vor. In einem letzten Abschnitt wird die Finanzierung der Konzerthäuser vor dem Hintergrund öffentlicher und privater Kulturförderung in kompakter Form erläutert.

Einen Großteil der dargestellten Punkte dürfte den Orchester- bzw. Konzerthausmanagern, die sich nicht nur mit offenen Augen, sondern auch mit offenen Ohren in der deutschen Konzertlandschaft bewegen bereits bekannt sein. Theede gelingt es allerdings, eine große Vielfalt an Aspekten in komprimierter und anwendungsorientierter Form darzustellen, auch wenn aktuelle Entwicklungen nur teilweise berücksichtigt sind. So fehlen beispielsweise die Erkenntnisse des Bundesverbandes der Veranstaltungswirtschaft zum Konsumverhalten der Konzert- und Veranstaltungsbesucher oder die Forschungsergebnisse des Zentrums für Kulturforschung (ZfKf). Auch schreckt der Autor nicht vor der Formulierung von scheinbaren Banalitäten zurück. Wenn man zwölf Intendanten deutscher Konzerthäuser nach deren Einschätzung der Bedeutung von gutem Service für das Konzerthaus-Marketing befragt, dann erstaunt das Ergebnis kaum.

Obwohl der in der Arbeit festgelegte Fokus auf den deutschen Raum bewusst gewählt wurde und in der Zielsetzung der Arbeit begründet liegt, hätte man sich dennoch einen Blick über die Grenzen gewünscht und hierin mit Sicherheit aufschlussreiche Parallelen vor allem aber interessante Unterschiede beobachten können. Leserfreundlich – für eine wissenschaftliche Arbeit allerdings ungewöhnlich – ist das über weite Teile Ausblenden von Fachliteratur. Obwohl der Autor dadurch ein Wiederkäuen betriebswirtschaftlicher Theorien vermeidet, wäre an manchen Stellen eine wissenschaftliche Fundierung wünschenswert gewesen. Eine Vielzahl der verwendeten Literatur stammt aus dem Feuilleton der Tagespresse. Artikel wie „Amadeus in der Apokalypse“, eines an dem Lesergeschmack einer Wochenzeitung orientierten Musikjournalisten, hätte man in dieser Arbeit getrost weglassen können.

Trotz allem ist diese Arbeit wegen ihrer Praxisnähe durchaus lesenswert. Auch wenn der Autor dazu neigt, die Antworten der befragten Intendanten als Maßstab für gesellschaftspolitische Entwicklungen und Tendenzen anzusehen, so bringt er dennoch wesentliche Aspekte präzise auf den Punkt. Wege, wie man mit einer möglichst vielfältigen Programmgestaltung möglichst viele Zielgruppen mit den unterschiedlichen musikalischen Bedürfnissen erreichen kann, zeigt Theede in dieser Arbeit auf anschauliche Weise. Dieses Buch eignet sich für den Praktiker auf hervorragende Weise, die eigene Arbeit im Vergleich der Aktivitäten führender Konzerthäuser zu sehen, wobei man nicht übersehen darf, dass auch Orchester, die nicht in diesem Buch erwähnt sind, mit ihren (Marketing-)Aktivitäten durchaus Maßstäbe setzen.

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