Tagung/Kongress
Zur Messbarkeit von Kreativität – Fachtagung zur qualitativen Evaluation für kulturelle Einrichtungen
18.01.2008 – 20.01.2008Bundesakademie für kulturelle Bildung
Wolfenbüttel Es gibt zugegebenermaßen einen erheblichen Forschungsbedarf im Hinblick auf Methoden, die geeignet wären, die Besonderheiten der Künste, die Arbeitsweisen von Kulturinstitutionen und die Wirkungen von Kultur zu ermitteln. Trotzdem werden seit geraumer Zeit nicht nur in regio-naler und kommunaler Kulturpolitik die unterschiedlichsten Evaluationsmethoden und –prozesse initiiert.
Mit »Evaluation« versuchen Zuwendungsgeber gegenwärtig verstärkt Fragen zu lösen, wie die »sinnvolle« Vergabe von Zuwendungsmitteln gewährleistet werden kann, ob die »richtigen« Einrichtungen gefördert werden und die dort selbst gesteckten Ziele erreicht werden konnten. Angesichts knapper werdender öffentlicher Gelder ist nicht auszuschließen, dass vielfach die ermittelten Ergebnisse zur Kürzung von Zuwendungsmitteln verwendet werden. Evaluation als Beobachtung, Untersuchung und Befragung kann jedoch auch im positiven Sinne im Interesse der Institutionen und Projekte genutzt werden. Gemeint ist aber mit einer evaluierenden Methode zunächst nichts anderes, als die Stärken und Schwächen zu erkennen, das eine zu fördern während auf der anderen Seite Probleme zu lösen wären. Doch wer legt in diesen Prozessen fest, welche Methode angewandt wird und welche Kriterien zur Erkennung von »stark« und »schwach«, von »richtig« und »falsch«, von »gut« und »schlecht« herangezogen werden?
Es ist davon auszugehen, dass in absehbarer Zukunft von allen Zuwendungsempfänger, die öffentliche Gelder erhalten, eine Überprüfung erwartet wird. Wobei sich die gegenwärtig bekannten Evaluierungen als nicht besonders experimentierfreudig erweisen und paradoxerweise oft das Gegenteil von dem bewirken und erreichen, was beabsichtigt war.
Projekt- oder Institutionsevaluierung ist eine Möglichkeit unter vielen für eine Überprüfung. »Sie ersetzt keine kulturpolitischen Leitlinien und Grundsätze. Sie verhindert keine Fehler. Sie ersetzt weder Intuition, noch Einsatz, noch Kenntnis der Szene, noch Vernunft oder Bescheidenheit.« Leitfaden für eine Evaluation von Kulturprojekten; Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia

