10.03.2015
Termin: 30.09.2015 09:00

Referent*in

Rainer Glaap
ist Product Marketing Manager für bei Eventim. Zudem leitet er die Redaktion des neuen Online-Magazins Headliner auf eventim.de. In seiner Freizeit widmet er sich zwei Theaterfördervereinen und unterrichtet gelegentlich Kulturmanager.
 
 
58. Treffpunkt Kulturmanagement

September 2015: Dynamic Pricing im Kulturbetrieb

Jeder von uns kennt das Phänomen der Preisschwankungen für Reisen und Benzin, Sonderangebote sind absolut geläufig. Warum also nicht im Kulturbetrieb? Mit Dynamic Pricing beschäftigt sich der 58. Treffpunkt Kulturmanagement.
Seit Jahren buchen wir Flüge und Hotelzimmer im Internet und wundern uns nicht über ständig neue Preise bis hin zum Doppelten und Dreifachen, z. B. zu Messezeiten. Wir buchen frühzeitig bei der Bahn, um einen der wenigen Sparpreise zu ergattern, und nehmen dabei in Kauf, dass der "normale" Vollpreis ein Mehrfaches des Sparpreises beträgt die Kosten für eine flexible Zeitgestaltung. Websites folgen ihren Kunden über Re-Targeting und reagieren mit höheren Preisen bei nachgewiesenem Interesse. Dazu nutzen sie Informationen, die jeder Browser preisgibt und bieten z.B. Apple-Jüngern teurere Produkte an (nach dem Motto: Wer sich ein Apple-Gerät leistet, bezahlt auch anderswo gerne mehr).

Im Prinzip wird hier marktwirtschaftlich verfahren: Jeder Kunde soll zu dem für ihn besten Preis zufriedengestellt werden. Steigende Nachfrage erhöht den Preis. Darf man solche Prinzipien auch auf Kunst und Kultur anwenden? Das scheint vielen Akteuren fast schon ein Sakrileg Kunst und Kultur sind zwar (noch) nicht in der Verfassung verankert, aber ein wichtiges Bildungsgut, das bitte außerhalb betriebswirtschaftlicher Überlegungen zu stehen habe.

Aber: In der Oper gibt es heute oft schon bei Premieren keine Ermäßigungen mehr, die Dienstagsvorstellung ist günstiger als die am Freitag, und ein Premieren-Abo kann auch ein Privileg sein und kostet nicht weniger, sondern mehr als die Summe der Einzelpreise. Museen mit stark nachgefragten Sonderausstellungen bieten Buchungen per Time-Slot an und wer den VIP-Zuschlag zahlt, kann an der Kassenschlange ungehindert vorbeispazieren und den VIP-Eingang benutzen. Variable und dynamische Preisgestaltung sind also auch im Kulturbetrieb angekommen, es haben nur noch nicht alle bemerkt.

Welche Überlegungen führen nun zu welchen Preisen? Mit welchen Analysen stellt man fest, ob und welche Preise geändert werden sollten? Mit Rainer Glaap, Leiter Produkt Marketing bei Eventim, sprechen wir über den Auslastungsfetisch, Heatmaps, und Zulaufstatistiken, No Gos bei der Gestaltung des jährlichen Spielplanhefts und fragen zum Schluss: Wie reagiert eigentlich das Publikum auf diese Art der Preisgestaltung?
 
Wir laden Sie herzlich ein, am 30. September 2015 von 9 bis 10 Uhr dabei zu sein. Die Veranstaltung findet online statt. Der KM Treff ist wie immer kostenlos, Sie müssen lediglich diesen Link anklicken: https://proj.adobeconnect.com/treffpunktkulturmanagement

Über den Treffpunkt Kulturmanagement

Der Treffpunkt Kulturmanagement ist ein kostenfreies digitales Weiterbildungsangebot zu aktuellen Themen des Kulturmanagements, das Interessierte vernetzen, informieren und zum Diskutieren anregen möchte. Um teilzunehmen, brauchen Sie lediglich die Zoom-App herunterladen und den Link zum Chatraum der jaweiligen Ausgabe anklicken oder können den Facebook Live-Stream nutzen. Nach einem Impulsreferat durch eine/n Experten/Expertin können alle TeilnehmerInnen Fragen stellen und sich austauschen, entweder live per Video, im Chat und am Facebook-Livestream.
 
Alle Ausgaben werden aufgezeichnet. 
 
Der Treffpunkt Kulturmanagement ist ein gemeinsames Format von PROJEKTkompetenz.eu, Kultur Management Network und der StartConference. 

Facebook: www.facebook.com/TreffpunktKulturmanagement
Hashtag für Twitter: #kmtreff