09.12.2015

Magazin Dezember 2015

Ausgabe 108: Kulturmanagement international

Die Gesellschaft wird immer digitaler, schneller, internationaler. Aber reagiert das Kulturmanagement angemessen darauf? Interkulturelle Projekte und partizipative Ansätze gibt es in der Kulturvermittlung immer öfter, aber damit ist es nicht getan. Nach wie vor schwebt der Vorwurf des Kulturkolonialismus im Raum und soziale Vielfalt wird vom Personalwesen nicht strategisch genutzt.
 
Globalisierung und Internationalisierung sind ergiebige Themen für die Kunst, internationale Kooperationen und Verflechtungen gibt es viele. Auch gibt es zahlreiche Untersuchungen zu ihren Folgen und Rahmenbedingungen für Alltag, Gesellschaft, Politik und Arbeit. Aber bringt das Kulturmanagement beide Aspekte zusammen und trägt es seinen Teil dazu bei, ein Miteinander zu schaffen, sich Vorurteile bewusst zu machen, Ängste zu überwinden, und Visionen anstatt Herausforderungen in den Mittelpunkt zu stellen?
 
Alleinstehende Projekte und solitäre Personalbeispiele sind nicht mit internationaler und -kultureller Arbeit gleichzusetzen. Ein Beispiel: Die Vermittlung von Goethe an Menschen mit Migrationshintergrund hat viel mit Deutungshoheit und nur wenig mit Kunst und Kultur als Botschafter zwischen den Kulturen zu tun. Und die Übertragung westlicher Kulturmanagement-Prinzipien auf Künstler oder Kultureinrichtungen in den Entwicklungsländern und Krisenregionen der Welt kann man durchaus als imperialistischen Habitus betrachten.
 
Zur Interkulturalität und Internationalität gehört mehr, als Bräuche und Traditionen zu kennen. Es geht um Verständniskompetenz für das jeweilige Gegenüber, um Neugier, Respekt und darum, die Perspektive des anderen einzunehmen und die eigene Weltsicht zu verlassen. Bürokratische Fertigkeiten sind für internationales Arbeiten also ebenso wichtig wie die Frage, was unser Kulturmanagement von Ansätzen aus beispielsweise Afrika, Südamerika oder dem Vorderen Orient lernen kann etwa wenn es darum geht, zu improvisieren, starre Strukturen zu durchbrechen und Kultur einen wirklichen Impact zu verschaffen.
 
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Inhaltsverzeichnis

SCHWERPUNKT - Kulturmanagement international

THEMEN & HINTERGRÜNDE 
  • Internationales Kulturmanagement. Wie international ist unser Kulturmanagement und unsere Kulturmanagementlehre? Ein Beitrag von Raphaela Henze, Seite 13
  • Transkulturelle Empathie. Warum viele deutsche Kulturbetriebe im internationalen Kontext Nachholbedarf haben. Ein Beitrag von Gernot Wolfram, Seite 18
  • Zwischen innen und außen. Wechselseitige Übersetzungen - Methodologische Neuerungen in transkulturellen Forschungskooperationen. Ein Beitrag von Judith Schlehe, Seite 27
  • International Learning Experiences. Internationale Weiterbildungsangebote für ein internationales Kulturmanagement. Ein Beitrag von Kristin Oswald, Seite 32
KOMMENTAR
  • Sinn und Unsinn interkultureller Kompetenz. Ein Beitrag von Stefanie Rathje, Seite 23
  • Kunstrecht ohne Grenzen? Ein Beitrag von Astrid Müller-Katzenburg, Seite 36
  • Die feinen Zwischentöne. Internationale PR im klassischen Musikbusiness par excellence.
    Ein Beitrag von Silke Ufer, Seite 54
VORGESTELLT...
  • Manchmal ist Zuhören wichtiger, als zu reden. Von der Kooperation zur Kollaboration.
    Ein Beitrag von Sarah Herke, Seite 40
  • Ausloten der kulturellen Identität Europas. Wie es ist, für eine europäische Großausstellung zu arbeiten. Ein Beitrag von Diana Hillesheim, Seite 44
  • Weshalb Kunst Internationalität braucht. Ein Beitrag von Neele Dinges und Dana Korzuschek, Seite 48
  • Mit Euphorie in neue Zeiten? Ein Bericht über Kulturarbeit in Ägypten. Ein Beitrag von Astrid Thews, Seite 50
 
DER MONAT

KM IM GESPRÄCH
  • Nur gemeinsam wird es funktionieren. Ein Gespräch über mehr als nur Kulturentwicklungsplanung (Teil I), Seite 7

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