12.09.2018
Ausschreibung

Mentoring-Programm Frauen in Kultur und Medien

Der Deutsche Kulturrat hat die zweite Ausschreibungsrunde des Mentoring-Programms Frauen in Kultur und Medien eröffnet. Bewerben können sich hochqualifizierte Künstlerinnen, Kreative und Kulturschaffende, die eine Führungsposition anstreben und über ca. 10 Jahre Berufserfahrung verfügen. Bewerbungsende ist der 21. Oktober 2018.
Auf die erste Ausschreibung im Januar 2018 bewarben sich 286 Mentees. Der große Rücklauf ist ein Beleg dafür, dass sich ambitionierte Kulturschaffende von diesem Angebot einen positiven Effekt auf ihren Karriereweg versprechen und dass es bundesweit viele Frauen mit Führungswillen und -anspruch in allen Kultursparten gibt.
 
Für die erste Runde konnten 13 Mentorinnen und Mentoren gewonnen werden, die Mentees ehrenamtlich zu unterstützen. Im Zuge der Ausschreibung meldeten sich weitere Mentorinnen, so dass in Runde zwei bereits 20 Tandems zusammengestellt werden können und damit eine größere Zahl hochqualifizierter Bewerberinnen beratend unterstützt wird. Mitte Dezember sollen die neuen Tandems stehen, so dass im Januar/Februar 2019 das Mentoring-Programm in zweiter Runde starten kann.
 
Das Programm umfasst ein 1:1-Mentoring, das über sieben Monate läuft (April bis Oktober 2018). Den Mentees wird jeweils eine Mentorin an die Seite gestellt, die in ihrer Sparte exzellent sind, über ein weit gespanntes Netzwerk verfügen und im Markt präsent sind. Sie vermitteln den Mentees etwas von ihrem Know-How, damit diese eine größere Chance erhalten, ebenfalls in Führungspositionen vorzustoßen. Im Tandem sollen die Mentees von diesem Erfahrungsschatz profitieren, damit langfristig mehr Frauen an den Schaltstellen von Kultur- und Medienwirtschaft bzw. -politik vertreten sind.
 
Während des Beratungszeitraums besprechen sich die Mentorinnen insgesamt mindestens 8 bis 10 Stunden mit den Mentees. Daneben können gegenseitig die Wirkungsbereiche besucht, Termine mit Dritten und gemeinsame Veranstaltungs-Teilnahmen vereinbart werden.
 
Ziele des Programms sind strategische Karriereberatung, praxisbezogene Unterstützung, die Verortung der Mentees in der Kultur-Community sowie der Aufbau eines Alumni-Netzwerkes.
 
Die Mentorin
 
  • versetzt sich in die Lage der Mentee und macht sich ein Bild von ihren Vorhaben
  • gibt Ratschläge und ist emotionaler Beistand in beruflichen Belangen
  • stellt auf Wunsch vorhandene berufliche Kontakte zur Verfügung
  • findet die richtigen Worte, auch unangenehme Wahrheiten anzusprechen, und gibt gleichzeitig konstruktive Empfehlungen
  • fungiert als wohlwollend kritische Begleitung
Mentorinnen und Mentoren der 2. Runde
 
  • Consultant im Verlagswesen/ München
  • Verlagsleiterin, Autorenberatung/ Berlin
  • Finanz- und Personalleitung sowie Verwaltung in Hochschul- und Kulturpolitik, interkulturelle Zusammenarbeit/ Saarbrücken
  • Museumsleitung/ Karlsruhe
  • Abteilungsdirektorin, Schwerpunkte Management, Besucherservice, Veranstaltungen für Museumsschlösser/ Berlin und Potsdam
  • Leitung von Kultureinrichtungen und -organisationen, Kulturmanagement, Kulturpolitik/ Dortmund
  • Projektmanagerin, Europäische Kulturpolitik, Musik/ Bonn
  • Dirigentin, Professorin, Schwerpunkte Zeitgenössische Musik und Filmmusik/ München und Köln
  • Produzentin, Regisseurin/ Berlin
  • Kulturjournalistin, Regisseurin, Redakteurin in TV, Online, Radio/ Bonn
  • Beraterin für Medienunternehmen, international, Schwerpunkt Hörfunk/ Leipzig
  • Kulturmanagerin, Journalistin, öffentlich-rechtlicher Rundfunk/ Köln und Berlin
  • Programmbereichsleiterin, Fernsehen/ Hamburg
  • Intendantin und Geschäftsführerin eines Mehrspartenhauses, Freie Szene/ Berlin
  • Theaterintendantin/ Baden-Baden
  • Dramaturgin, Produktionsleiterin, Autorin/ Weimar
  • Intendantin, Geschäftsführerin eines Mehrspartentheaters/ Gießen
  • Galeristin für Zeitgenössische Kunst, international tätig/ Berlin
  • Kuratorin für digitale Kultur, Bildende Kunst, Medien und Virtual Reality/ Berlin
  • Gründer und Geschäftsführer einer TOP20-Branding- und Designagentur, Präsident eines Spitzenverbandes, engagiert in leitenden Positionen in diversen Fachverbänden/ München
 
Die Mentee
 
  • ist aktive Treiberin in der Mentoring-Beziehung
  • formuliert ihre Karriere- und anderen Ziele vorab schriftlich
  • bereitet sich auf die Gespräche vor und fertigt anschließend ein Kurzprotokoll an
  • ist gewillt, die eigenen Probleme und Sorgen offen anzusprechen
  • nutzt die Zeit der Mentorin effizient
  • gibt der Mentorin/ dem Mentor Feedback
Voraussetzungen für die Mentees
 
  • weiblich und haben ihren Wohnsitz in Deutschland
  • sehr gut ausgebildet
  • entweder anspruchsvolle Berufsstationen absolviert oder können entsprechende Projekte und Auszeichnungen vorweisen
  • sind rund zehn Jahre berufstätig
  • streben eine Leitungsfunktion an
Eine Altersbeschränkung gibt es nicht.
 
Bewerbungsunterlagen
 
  • maximal einseitiges Anschreiben
  • tabellarischer Lebenslauf mit bisherigem Werdegang
  • ausgewählte Zeugnisse, Beurteilungen, Empfehlungsschreiben oder Auszeichnungen
  • ausgefülltes Profil der MENTEE
Die Mentees sind aufgerufen, neben der Einreichung der Bewerbungsunterlagen auch Erwartungen an das Programm zu formulieren, um die Passgenauigkeit des Tandems zu optimieren. Die Mentorinnen wählen schließlich die zu ihr/ ihm passende Mentee. Jedes Tandem formuliert eine individuelle Zielvereinbarung bezüglich des präferierten Formats der Kontakte, deren Häufigkeit sowie persönlicher Erwartungen und inhaltlicher Ziele. Je nach Bedarf wird das Tandem vom Projektbüro begleitet. Im Herbst 2018 evaluieren Mentorin und Mentee jeweils ihren inhaltlichen Austausch sowie den organisatorischen Rahmen des Programms. Die anonyme Auswertung dient als Grundlage für die Justierung der folgenden Mentoring-Runden. Reiskosten von Mentees und Mentoren können leider nicht vom Programm erstattet werden.
 
Bewerbungsschluss ist der 21. Oktober 2018.
 
 
Das Projektbüro Frauen in Kultur & Medien des Deutschen Kulturrats wurde 2017 ins Leben gerufen, um die berufliche Situation von Frauen im Kulturbereich zu verbessern. Es wird finanziert von der Staatsministerin für Kultur und Medien Monika Grütters. Das Projektbüro verspricht sich vom Mentoring-Programm eine größtmögliche Hebelwirkung, da es im Kultur- und Medienbereich bisher kaum Förderprogramme für Frauen gibt, die explizit in Führungspositionen vorstoßen möchten. Zudem ist diese Lebensphase besonders wichtig für den weiteren Karriereweg, denn in diesen Jahren müssen strategisch wichtige Positionen ausgefüllt und ggf. in die Familienplanung integriert werden.