10.05.2019
Ausschreibung

Mentoring-Programm Frauen in Kultur und Medien

Der Deutsche Kulturrat hat die dritte Ausschreibungsrunde des Mentoring-Programms Frauen in Kultur und Medien eröffnet. Bewerben können sich hochqualifizierte Künstlerinnen, Kreative und Kulturschaffende, die eine Führungsposition anstreben und über ca. 10 Jahre Berufserfahrung verfügen. Bewerbungsende ist der 7. Juni 2019.
Auf die erste und zweite Ausschreibungbewarben sich jeweils über 200 Mentees. In der zweiten Runde konnten zudem 24 Tandems gebildet werden, fast doppelt so viele wie in der ersten. Der große Rücklauf ist ein Beleg dafür, dass sich ambitionierte Kulturschaffende von diesem Angebot einen positiven Effekt auf ihren Karriereweg versprechen und dass es bundesweit viele Frauen mit Führungswillen und -anspruch in allen Kultursparten gibt.
 
Das Programm umfasst ein 1:1-Mentoring, das über sieben Monate läuft (April bis Oktober 2018). Den Mentees wird jeweils eine Mentorin an die Seite gestellt, die in ihrer Sparte exzellent sind, über ein weit gespanntes Netzwerk verfügen und im Markt präsent sind. Sie vermitteln den Mentees etwas von ihrem Know-How, damit diese eine größere Chance erhalten, ebenfalls in Führungspositionen vorzustoßen. Im Tandem sollen die Mentees von diesem Erfahrungsschatz profitieren, damit langfristig mehr Frauen an den Schaltstellen von Kultur- und Medienwirtschaft bzw. -politik vertreten sind.
 
Während des Beratungszeitraums besprechen sich die Mentorinnen insgesamt mindestens 8 bis 10 Stunden mit den Mentees. Daneben können gegenseitig die Wirkungsbereiche besucht, Termine mit Dritten und gemeinsame Veranstaltungs-Teilnahmen vereinbart werden.
 
Ziele des Programms sind strategische Karriereberatung, praxisbezogene Unterstützung, die Verortung der Mentees in der Kultur-Community sowie der Aufbau eines Alumni-Netzwerkes.
 
Die Mentorin
 
  • versetzt sich in die Lage der Mentee und macht sich ein Bild von ihren Vorhaben
  • gibt Ratschläge und ist emotionaler Beistand in beruflichen Belangen
  • stellt auf Wunsch vorhandene berufliche Kontakte zur Verfügung
  • findet die richtigen Worte, auch unangenehme Wahrheiten anzusprechen, und gibt gleichzeitig konstruktive Empfehlungen
  • fungiert als wohlwollend kritische Begleitung
Die Mentorinnen und Mentoren der 3. Runde vertreten folgende Arbeitsbereiche
 
  • Museumsdirektorin und stellvertretende Stiftungskuratorin/ Berlin
  • Leiterin einer Kulturinstitution/ München
  • Ehemalige Leiterin eines Musical-Theaters, Coach/ Solingen
  • Leiterin eines Theater-Festivals/ Berlin
  • Stadtbeigeordnete und Dezernentin für Jugend und Soziales, Bildung und Kultur/ Hagen
  • Intendantin eines Theaters für Junges Publikum, Vorstand Assitej/ Stuttgart
  • Kulturmanagerin/ Kassel
  • Bereichsleiterin Förderungen und Programmleiterin Kunst und Kultur einer Stiftung/ Hamburg
  • Ehemalige Professorin für Produktdesign/ Frankfurt/Main
  • Leiterin CSR und Aufsichtsrätin eines börsennotierten Konzerns, Beirat Stiftung Hamburger Kunsthalle, Autorin/ Hamburg
  • Bereichsleiterin Kunst, Kultur und Pflege des kulturellen Erbes einer Stiftung/ Frankfurt/Main
  • Administration Managerin eines Film-Festivals/ Berlin
  • Geschäftsführender Vorstand einer operativ arbeitenden Stiftung mit Förderung von Kunst & Kultur/ Hamburg
  • Kulturmanagerin, Filmmusik-Komponistin/ Hamburg
  • Museumsdirektorin/ Stuttgart
  • Leiterin Kommunikation, Development, Marketing und Vertrieb in Kulturinstitutionen/ Berlin
  • Führungskraft in der Kulturverwaltung/ Dresden
  • Geschäftsführende Direktorin eines Museums/ Lübeck
  • Künstlerischer Leiter eines choreographischen Zentrums/ Essen
  • Direktorin eines Museums/ Stuttgart
  • Leiterin und Direktorin des Performing Arts Programm/ Berlin
  • Leitende Bibliotheksdirektorin und Funktionsträgerin in Fachverbänden/ Bremen
 
Die Mentee
 
  • ist aktive Treiberin in der Mentoring-Beziehung
  • formuliert ihre Karriere- und anderen Ziele vorab schriftlich
  • bereitet sich auf die Gespräche vor und fertigt anschließend ein Kurzprotokoll an
  • ist gewillt, die eigenen Probleme und Sorgen offen anzusprechen
  • nutzt die Zeit der Mentorin effizient
  • gibt der Mentorin/ dem Mentor Feedback
Voraussetzungen für die Mentees
 
  • weiblich und haben ihren Wohnsitz in Deutschland
  • sehr gut ausgebildet
  • entweder anspruchsvolle Berufsstationen absolviert oder können entsprechende Projekte und Auszeichnungen vorweisen
  • sind rund zehn Jahre berufstätig
  • streben eine Leitungsfunktion an
Eine Altersbeschränkung gibt es nicht.
 
Bewerbungsunterlagen
 
  • maximal einseitiges Anschreiben
  • tabellarischer Lebenslauf mit bisherigem Werdegang
  • ausgewählte Zeugnisse, Beurteilungen, Empfehlungsschreiben oder Auszeichnungen
  • ausgefülltes Profil der MENTEE
Die Mentees sind aufgerufen, neben der Einreichung der Bewerbungsunterlagen auch Erwartungen an das Programm zu formulieren, um die Passgenauigkeit des Tandems zu optimieren. Die Mentorinnen wählen schließlich die zu ihr/ ihm passende Mentee. Jedes Tandem formuliert eine individuelle Zielvereinbarung bezüglich des präferierten Formats der Kontakte, deren Häufigkeit sowie persönlicher Erwartungen und inhaltlicher Ziele. Je nach Bedarf wird das Tandem vom Projektbüro begleitet. Im Herbst 2018 evaluieren Mentorin und Mentee jeweils ihren inhaltlichen Austausch sowie den organisatorischen Rahmen des Programms. Die anonyme Auswertung dient als Grundlage für die Justierung der folgenden Mentoring-Runden. Reiskosten von Mentees und Mentoren können leider nicht vom Programm erstattet werden.
 
Bewerbungsschluss ist der 7. Juni 2019.
 
 
Das Projektbüro Frauen in Kultur & Medien des Deutschen Kulturrats wurde 2017 ins Leben gerufen, um die berufliche Situation von Frauen im Kulturbereich zu verbessern. Es wird finanziert von der Staatsministerin für Kultur und Medien Monika Grütters. Das Projektbüro verspricht sich vom Mentoring-Programm eine größtmögliche Hebelwirkung, da es im Kultur- und Medienbereich bisher kaum Förderprogramme für Frauen gibt, die explizit in Führungspositionen vorstoßen möchten. Zudem ist diese Lebensphase besonders wichtig für den weiteren Karriereweg, denn in diesen Jahren müssen strategisch wichtige Positionen ausgefüllt und ggf. in die Familienplanung integriert werden.
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