07.02.2007

Autor*in

Dirk Schütz
ist Geschäftsführer von Kultur Management Network und der Kulturpersonal GmbH. In den Bereichen Führung, Personalmanagement und Organisationsentwicklung arbeitet er als Berater, Coach und Trainer und unterrichtet als Dozent an Kulturmanagement-Studiengängen im deutschsprachigen Raum.
Buchrezension

Der Künstler und sein Recht. Ein Handbuch für die Praxis

Hermann Josef Fischer / Steven Reich, 2., völlig neu bearbeitete Auflage 2007. XXX, 320 S. Kartoniert, C. H. Beck
 
"Der Künstler und sein Recht" liefert einen umfassenden Überblick über alle für Künstler relevanten Gebiete des Kulturrechts in Deutschland. Belange des internationalen oder europäischen Rechts fließen hierbei nur zum Teil ein, wobei die Herausgeber und Autoren darauf hinweisen, dass "das Recht der Europäischen Gemeinschaft inzwischen so konkret in die hier behandelten Rechtsgebiete hineinwirkt, dass eine Darstellung zu den jeweiligen Themen sinnvoller erscheint".

Ausgehend von den eher abstrakten und verfassungsrechtlichen Begriffsebenen der Freiheit der Kunst und des Kunstbegriffes und deren Verankerung im Grundgesetz stellen die Autorinnen und Autoren umfassend alle für Künstler heute relevanten Rechtsgebiete im deutschen Kulturrecht dar. Sie bieten somit einen ausgezeichneten Überblick und tieferen Einblick in sämtliche rechtlichen Belange für Künstler aller Sparten - aber auch für Vermittler, Geschäftspartner, Interessenvertreter oder Manager von Künstlern. Neben Urheber- und Verwertungsrechten werden tief gehend die Rechtsfragen der Erwerbstätigkeit und des Vertragsrechts sowie steuer- und sozialversicherungsrechtliche Aspekte behandelt. Hilfreich verknüpfen die Autorinnen und Autoren dabei Praxisbeispiele, die den Bezug zu alltäglichen rechtlichen Problemen herstellen und ermöglichen so ein besseres Verständnis für die Rechtsgegenstände.

Die Klarheit der Beispiele, auch in der Sprache und Beschreibung der Sachverhalte, findet jedoch zu wenig Fortführung in der Beschreibung der einzelnen Rechtsgebiete und -aspekte. Hier ist es für den Laien zum Teil recht schwer, sich - durch die immer präsente "juristische Sprache" und deren Fachtermini - zurecht zu finden bzw. die behandelten Gegenstände und Sachverhalte vollständig zu verstehen. Um einen Rechtsbeistand kommt man also auch durch dieses Buch nicht herum. Interessant und hilfreich für den Leser wäre es sicher, die Intentionen, die der Gesetzgeber bei der Ausformulierung der einzelnen Gesetze hatte, vermittelt zu bekommen. Erklärungen hierzu wären hilfreich und würden dem Leser einen besseren Bezug zu relevanten eigenen Praxisproblemen schaffen. Etwas umständlich zu handhaben ist das Sachverzeichnis. Durch fehlende Seitenangaben zu den jeweiligen Begriffen muss man länger suchen als nötig und wiederum das Inhaltsverzeichnis zu Rate ziehen. Dies könnte alles bei der nächsten Auflage des Buches berücksichtigt werden. Um dem Anspruch eines Handbuches gerecht zu werden, würden sich zweifellos viele Leser über einen Serviceteil mit Ansprechpartnern, Interessenvertretern und Organisationen freuen, bei denen man als Künstler kompetent weiterführende Hilfe bekommt, über Musterverträge und Beschreibungen zu den wichtigsten Fallen und Fehlern oder über Hinweise zu Online-Ressourcen, die einen ständig aktualisierten Überblick über die Rechtsprechung bieten.

Den Rechtsbeistand eines im Kulturrecht versierten Anwalts ersetzt dieses Buch sicher nicht. Der Kauf lohnt sich dennoch, denn eine bessere und kompaktere Übersicht über das aktuelle Kulturrecht bekommt man sonst kaum. Es ist nicht nur ein wichtiges Nachschlagewerk, sondern hilft vor allem auch rechtliche Probleme und Unsicherheiten im Vorfeld zu vermeiden.

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