03.01.2005

Autor*in

Buchrezension

Marktchancen für Museen

Autor: Rolf Wiese; Förderverein des Freilichtmuseums am Kiekeberg e.V.; 2000
 
Die Märkte, auf denen sich Museen bewegen, haben sich in den letzten Jahrzehnten enorm erweitert. Durch eine erhöhte Mobilität sind Museen und Ausstellungen nicht mehr regional begrenzt, sondern ziehen überregionales und auch internationales Publikum an. Die Palette ihres Angebotes, wie die Erweiterung der Shops, des museumspädagogischen Angebotes sowie private Nutzung der Räumlichkeiten, erschließt zudem neue Marktsegmente und Zielgruppen. Großangelegte Ausstellungsevents haben in den letzen Jahren gezeigt, dass weitere Märkte, vor allem im Bereich Freizeit, erschlossen werden können. Die zahlreichen Potentiale neuer Arbeitsbereiche werden von einer stark wachsenden Konkurrenz begleitet. So müssen sich die Museen an zwei Fronten aktiv und innovativ bewegen.
 
 
 
Die Schriftenreihe des Arbeitskreises Museumsmanagement nimmt sich der vielseitigen Ansprüche an, die an heutige Mitarbeiter der Museen gerichtet werden und diskutiert die verschiedenen Möglichkeiten des Umgangs mit neu entstehenden Problemen. Band 36 erläutert vornehmlich die "Marktchancen der Museen" und wie diese effektiv und kreativ genutzt werden können. So beschäftigt sich das erste von drei Kapiteln mit rein betriebswirtschaftlichen Ansätzen, erläutert in "kontroversen Perspektiven" die angenommene Situation von Museen in Deutschland, setzt sich mit rein ökonomischen Aspekten wie Kunden, Wettbewerb und Trends auseinander. Ein dritter Aufsatz beschäftigt sich mit der "Positionierung am Markt" und erklärt wie wichtig es für ein Museum ist, sich mit sich selbst und seinem Umfeld auseinander zu setzen sowie sich eine klare Position im Markt zu erkämpfen. Die weiteren Kapitel widmen sich zum einen den Synergieeffekten durch Kooperation ,zum anderen dem Beschaffungsmarkt von Museen. So werden u. a. Museumsverbunde am Beispiel der Museen der Stadt Nürnberg diskutiert, Hintergründe der europäischen Kulturpolitik veranschaulicht und weitere Möglichkeiten des Fundraising diskutiert.
Das Buch versucht einen Einblick in das zu geben, was Museen in Zukunft erwartet und was einzelne Institutionen bereits umsetzen, um sich einen sicheren Platz auf einem stark umkämpften Feld zu sichern. Der Arbeitkreis hat wie gewohnt Themen aufgegriffen, die in ihrer Notwendigkeit von einer hohen Aktualität sind. Die Aufsätze in diesem Band geben vielseitige, komplexe Denkansätze und sind dennoch sehr knapp in ihren Erläuterungen. Bei der Brisanz der Ideen wäre es förderlich, wenn einzelne Aspekte erneut aufgegriffen und erweitert werden würden.

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