03.06.2011
Fachbeitrag

Neue Medien und Social Networking im Stadtmarketing

Immer mehr Unternehmen und öffentliche Einrichtungen beteiligen sich an bestehenden sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter und Co. Aber welche Möglichkeiten und Chancen ergeben sich im Stadtmarketing?

Damit setzte sich Andrea Schneider im Rahmen ihrer Masterarbeit "Social Media im Stadtmarketing" auseinander.

Ihr Orientierungsleitfaden basiert auf einer Umfrage unter Mitgliedern der Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing e.V. Deutschland (bcsd). Von 250 befragten Mitgliedern beteiligten sich 43 Städte und sendeten entsprechend Fragebögen zurück, was einem Rücklauf von 17 % entspricht.

Während inzwischen praktisch alle Städte ein eigene Website haben (98%), haben nur etwas mehr als die Hälfte aller Kommunen Erfahrungen mit Social Media (56 %), die meisten davon (92%) mit Facebook. Von denen wiederum räumen allerdings nur 53 % Social Media einen hohen Stellenwert ein. Da man davon ausgehen kann, dass gerade die aktiveren Städte sich an der Umfrage beteiligt haben, haben wohl nach wie vor die Mehrheit deutscher Städte die Chancen der sozialen Netzwerke für ihr eigenes Marketing längst nicht erkannt.

Als Motive, warum man sich in Social Media engagiert, wird vor allem die Erreichung junger Zielgruppen, die Steigerung des Bekanntheitsgrades und die hohe Aktualität dieser Medien genannt. Weitaus weniger spielt der Dialog mit Kunden/Bürgern/Touristen, erhoffte Kostenvorteile oder die unmittelbare Verbesserung des eigenen Marketingerfolgs eine Rolle.

Für 69% ist der hohe Betreuungsaufwand hinderlich, wenngleich man die positiven Auswirkungen durchaus sieht. Die Bereitschaft, sich in den nächsten Monaten mit Social Media auseinanderzusetzen, ist allerdings gestiegen. Dabei scheint die kostenfreie Nutzung solcher Plattformen nach Einschätzung der Autorin Andrea Schneider dazu zu führen, dass einige Kommunen zu blindem Aktionismus neigen, ohne zunächst eine Strategie aufzustellen und die entsprechenden Ressourcen abzustellen.