10.11.2011

Autor*in

Dirk Heinze
Fachbeitrag

Wie Social Media Kultureinrichtungen beeinflusst

Eine von der Theatre Bay Area (TBA) in Auftrag gegebene Studie untersuchte 2011, wie die sozialen Medien Kultureinrichtungen nutzen und diese beeinflussen.

Befragt wurden 207 Kulturorganisationen sowohl aus dem Raum San Francisco (39 %) als auch in den gesamten Vereinigten Staaten (54 %). Begleitet wurde die einjährige Studie durch Workshops.

Interessant ist zunächst die Feststellung von Clayton Lord, dem Director of Communication and Audience Development bei der TBA, dass der Kultursektor schon immer zu wenige finanzielle und personelle Ressourcen besaß, als es darum ging, auf den technologischen Fortschritt zu reagieren. Dies beweise deren aktuelles Ringen darum, die rasanten Möglichkeiten der Social Media für sich selbst effektiv nutzbar zu machen. Der geneigte Leser hierzulande mag sich fragen, wie man hierzulande auf entsprechende Herausforderungen vorbereitet ist, wenn sich schon Kultureinrichtungen im Silicon Valley darum sorgen, nicht mehr Schritt zu halten. Doch blicken wir nun auf die Ergebnisse der Untersuchungen.

Danach sind Kultureinrichtungen in durchschnittlich drei sozialen Netzwerken aktiv, zumeist Facebook, Twitter und YouTube. Sie stellen dort im Schnitt 66 Inhalte pro Monate bereit und erhalten darauf 162 Feedbacks der User. Das mit Abstand beliebteste soziale Netzwerk ist dabei Facebook (91 %), wenn auch gerade Kultureinrichtung in großem Maße bei Twitter (64 %) engagiert sind. Großer Beliebtheit erfreut sich auch Youtube (59 %). Diejenigen, die mehrmals täglich auf Facebook posten und sogar eine eigene URL für die Fanseite besitzen, haben signifikant mehr Fans. Und jene Kultureinrichtungen sind auf Twitter erfolgreicher, die mindestens 4 x täglich Meldungen twittern und dies nicht (!) direkt mit Facebook verknüpft ist. Im übrigen werden 20 weitere Plattformen von den befragten Organisationen genannt, von denen aber keine mehr als 12 % Anteil unter der Gesamtheit der Teilnehmer an der Studie erreichen kann.

Die Bedeutung von Social Media wird insgesamt in der Studie als hoch eingeschätzt. Sie sei nicht mehr die Vorliebe wohlhabender College Studenten, sondern erreicht inzwischen nach Schätzungen von Pew Internet und American Life Project 150 Millionen US-Bürger. Mehr als 40 % der Nutzer sind über 50 Jahre alt. Entsprechend kommt die Untersuchung zum Schluss, dass jene Kulturorganisationen, die ihr traditionelles Publikum erreichen wollen, dieses auch mehrheitlich in den sozialen Netzwerken findet. Erst recht fände man dort neue Zielgruppen, sodass man heutzutage in diesen Medien präsent sein muss.


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