17.11.2014

Autor*in

Michaela von Trauchburg
Rückblick 2. stARTcamp Wien

Learning by Doing

Letzen Monat fand das zweite stARTcamp für Kultureinrichtungen in Wien statt, genau genommen im Essl Museum, in Klosterneuburg. Unter dem Motto Digitale Erlebnisräume für den Kunst- und Kulturbetrieb versammelten sich ExpertInnen und Interessierte aus unterschiedlichen Bereichen der Kulturszene.
Das Barcamp-Format, das sich in Deutschland längst etabliert hat, ist in Österreich noch Neuland. Das ist vielleicht für erfahrene Barcamp-Besucher befremdlich. Kein Wunder also, wenn im Nachhinein Kritiken über zu wenig Diskussionen und zu viele Frontalvorträge oder fehlende inhaltliche Twittermeldungen aufkamen.

Liebe Barcamp-Profis, wir lernen hier noch!

Beim ersten stARTcamp im letzten Jahr in der Kunsthalle hat man das uns Neulingen noch stärker angemerkt als jetzt im Essl Museum. Dennoch hat das 1. stARTcamp einen starken Auftakt hingelegt: Die meisten Teilnehmer kamen wieder.

Eine Tagung, bei der lediglich das grobe Programm festgelegt ist und die TeilnehmerInnen bestimmen, worüber gesprochen wird, selbst zu Vortragenden werden oder sich Hilfe von Profis holen können, ist für den Kunst- und Kulturbetrieb in Österreich noch neu.

Im Mittelpunkt steht der inhaltliche Austausch. Und das ist deshalb besonders interessant, weil man Menschen aus großen Institutionen genau so trifft, wie die aus den kleineren Häusern, KünstlerInnen und alle die, die sich für das Thema Social Media im Kunst- und Kulturbereich interessieren.

Social Media ist im Kulturbetrieb angekommen, keine Frage. Facebookseiten, Twitteracounts, Blogs all das gibt es, samt den MitarbeiternInnen, die sich um diese Kanäle kümmern. Überzeugungsarbeit für den Einsatz von Social Media muss im Allgemeinen nicht mehr geleistet werden. Was aber immer noch Thema ist, ist die Frage nach der Strategie und das wurde auch beim 2. stARTcamp deutlich.
 
Die Themen machen das sichtbar: Smart Places - Wie und Warum, Social Media Strategien Grundlinien für Kultureinrichtungen, Chanellauswahl und Contentstrategien, Twitter und Kunstmusen, der digitale Besucher als Niemand, und das kreative Potential von Crowdsourcing.

Neben den Strategiethemen gab es auch interessante Einblicke in neue Techniken und Trends, zum Beispiel ibeacons als vermittlungstechnisches Basistool, die Entstehung von Kulturapps, digitale Erlebnisräume und Storyclips in Museen.

Alles in Allem viel Input und Raum zur Diskussion und die Möglichkeit, über den eigenen Tellerrand zu blicken. Durch das offene Format, ist es überhaupt leicht, mit anderen ins Gespräch zu kommen und neue Menschen kennen zu lernen. Vor allem kommt man als BesucherIn mit Topprofis aus der Branche ins Gespräch, die gerne bereit sind, ihr Wissen zu teilen, auch in den Pausen.

Das war beim 2. stARTcamp schon deutlich klarer. Niemand musste mehr grundlegend über das das Tagungsformat Barcamp aufgeklärt werden. Ich bin mit vielen neuen Ideen, Anregungen, Tatendrang und neuen Kontakten nach Hause gefahren.
 
Also liebe versiertere BesucherInnen, wir Neulinge schaffen das schon noch. Beim nächsten stARTcamp sehen wir uns wieder.
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