01.10.2014

Autor*in

Marcus Rüssel
ist Gründer und Geschäftsführer von Gigmit. Er studierte Kulturmanagement und arbeitete im Konzert- und Veranstaltungsmanagement sowie der Künstlerberatung.
Kommentar

Kommentar zur Gründung der Gesellschaft zur Wahrnehmung von Veranstalterrechten (GWVR)

Mit der Gründung der Gesellschaft zur Wahrnehmung von Veranstalterrechten (GWVR) Tochter des Bundesverbandes der Veranstaltungswirtschaft (bdv) können Veranstalter künftig eine Vergütung für die Weiternutzung ihrer Konzerte beanspruchen. Nun werden in Abstimmung mit dem Deutschen Patent- und Markenamt und der GEMA Tarife und Verteilungspläne erarbeitet. Marcus Rüssel, Gründer und Geschäftsführer von Gigmit, hat sich die neue Verwertungsgesellschaft angeschaut.
Der Bundesverband der Veranstalterwirtschaft sichert sich die Rente? 10 Jahre haben sie daran gearbeitet, jetzt ist es amtlich: Es gibt eine neue Verwertungsgesellschaft. Filmemacher der berühmten Live DVDs, Veröffentlichende von Youtube-Mitschnitten etc. werden in Zukunft zur Kasse gebeten. Im schlimmsten Fall beeinflusst das den Absatz dieser Formate negativ: Der Niedergang der Live-DVD? Oder erscheint auf YouTube ein neues GWVR-Symbol in Verbindung mit der Aussage: Dieses Video ist in ihrer Region nicht verfügbar.

Die Zentrale Frage, die sich stellt, ist wie die Tarife konkret ausgestaltet sein werden. Zahlt man nur bei kommerzieller Verwertung und wie ist diese zu definieren? Was macht ein Künstler, der einen Mitschnitt von seinem Konzert kostenfrei auf Youtube veröffentlichen will? Schließlich sollen die Fans auch Ticketkäufer von morgen werden.

Wo die Reise hingeht, werden die Tarife zeigen, welche noch nicht fest stehen. Es bleibt zu hoffen, dass Veranstalter nicht eigennützig handeln. Harte Tarife würden in jedem Fall eins tun: den Veranstaltern beim nächsten GEMA-Bashing die Glaubwürdigkeit rauben. Denn auch sie wird neuer Freund und Helfer: Das Eintreiben der Gelder sollen die übernehmen, die andauernd im Tarifstreit sind. Aber dass die GEMA sehr gut im Eintreiben von Geldern ist, weiß wohl jeder, der bereits veranstaltetet hat. Die Idee, Freund oder Feind zum Trotz, ist vor allem eins: pragmatisch.

Grundsätzlich sollte die GWVR für die einfache Gleichung stehen: Betreibt ein Veranstalter selbst einen erhöhten Aufwand für Konzertmitschnitte, die im Anschluss kostenpflichtig verwertet werden, soll er davon partizipieren solange diese Videos im Umlauf und finanziell erfolgreich sind. Denn eine Chance haben die Veranstalter durch die Mehreinnahmen: Investitionen in den Ausbau ihrer Spielstätten, Re-Finanzierung in den Nachwuchs und Innovationen ihrer Branche! Hoffen wir, dass hier das meiste Geld aus den Einnahmen landet.

Die Original-Pressemitteilung des Bundesverbandes der Veranstaltungswirtschaft finden Sie hier.
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