06.07.2006

Autor*in

Elzbieta Chromiec
Rückblick "COLLOQUIA CULTURA 2006"

COLLOQUIA CULTURA 2006 in Wroclaw/Polen

Vom 26. bis 28 Mai 2006 fand an der Niederschlesischen Hochschule für Öffentliche Dienste ASESOR in Wroclaw ein Deutsch-Polnisches Seminar unter dem Titel "COLLOQUIA CULTURA 2006: Kulturpolitik und Kulturprojekte" statt.
Nach dem ersten Treffen der polnischen Fakultäten für Kulturmanagement im Januar 2006 in Krakow, an dem auch Dirk Schütz und Dirk Heinze vom Kulturmanagement Network teilnahmen, war das Seminar eine weitere Veranstaltung, die den Informationsaustausch und das gemeinsame Kennenlernen ermöglichte. Für Kolleginnen und Kollegen aus Poznan, Bydgoszcz, Krakow und vielen Städten Niederschlesiens war auch die inhaltliche Seite des Treffens von großer Bedeutung. Zum ersten Mal wurde in Polen über Projektaktivität im Kontext der Kulturpolitik diskutiert.

Die Gastreferenten Prof. Ellen Lissek-Schütz und Prof. Arthur Engelbert (Professoren der FH Potsdam) haben das Seminar mit zwei überaus spannenden Vorträgen eröffnet. Der Vortrag von Frau Prof. Lissek-Schütz befasste sich mit den Besonderheiten der deutschen Kulturpolitik und des deutschen Kulturlebens nach der Wiedervereinigung; Prof. Jan Stanislaw Wojciechowski widmete sich anschliessend dem Thema "Polnische Kulturpolitik in der Zeit der Transformation - Veränderungen des Modells, Probleme, Prognosen". Viel Aufmerksamkeit haben in diesem Vortragsbereich die "Kulturpraktiker" gewonnen: Elzbieta Koscielak - Leiterin der wichtigsten Galerie Wroclaws und Klemens Baranowski - Vorsitzender der Kulturgemeinschaft BORUSSIA aus Olsztyn/Nord-Polen.
Ein Einblick in die Projektaktivität in Kultur wurde - so wie im ersten Bereich - sowohl von Theoretikern, wie auch von Praktikern vorgestellt. Prof. A. Engelbert stellte die Ergebnisse seiner interkulturellen Projektreihe über Neue Medien vor. Dr. Agnieszka Dejnaka sprach über "Modernes Managementwissen in effektiver Projektaktivität". Monika Sus (MitOst e.V. Berlin) befasste sich mit dem Thema "Kulturprojekte im heutigen Europa". Für Polen ist das aktuelle Wissen über EU-Programme für Kultur und Bildung zweifellos von besonderer Bedeutung. Izabela Kurc-Kuriata vom Marschallamt der Niederschlesischen Woiwodschaft traf daher mit ihrem Vortrag zur Problematik der Strukturfonds im Kulturbereich auf große Aufmerksamkeit, ebenso wie bei Joanna Sanetra-Szeliga vom Internationalen Zentrum für Kultur aus Krakow mit ihren Ausführungen zu den neuen EU-Kulturprogrammen und den bislang guten polnischen Erfahrungen und Perspektiven in diesem Zusammenhang.

Sehr wichtig waren für alle Teilnehmer die Diskussionen und Fragen an die Referenten. Die beiden deutschen Professoren konnten - dank langjähriger Berufserfahrung - viele junge ProjektleiterInnen und KulturarbeiterInnen beraten. Unter der gesamten Zahl von 70 Teilnehmern waren fast 40 ehemalige und aktuelle Studenten des Nachdiplomstudiums "Verwaltung und Unternehmen im Kultursektor". Am Freitag Abend (26. Mai) haben alle Teilnehmer gemeinsam das Maskentheaterstück "Die große Flucht" nach Erzählungen von Bruno Schulz im berühmten Wroclawer Puppentheater besucht. Die deutsch-polnischen Beiträge waren das Ergebnis von lebendigen Kontakten zwischen DWSSP "ASESOR", FH Potsdam (beide Hochschulen sind ENCATC-Mitglieder) und MitOst e.V. Das Konzept und die Koordination des Projekts ruhten in den Händen der Leiterin des Nachdiplomstudiums "Verwaltung und Unternehmen im Kulturleben" der DWSSP "Asesor" - Dr. Elzbieta Chromiec. Das Seminar wurde von der Stiftung für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit, von der Wroclawer Zwinger-Gesellschaft und von der Niederschlesische Hochschule für Öffentliche Dienste "ASESOR" gefördert.
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