27.07.2005
Rückblick ENCATC 2005

ENCATC-Jahrestagung in Potsdam

Vom 2. bis 5. Juni 2005 fand in Potsdam die diesjährige Konferenz von ENCATC, dem europäischen Netzwerk der Kulturmanagement-Studiengänge, statt. Gastgeber war diesmal der Studiengang Kulturarbeit an der Fachhochschule Potsdam, dessen Leiter, Prof. Dr. Hermann Voesgen, Mitglied des Vorstands und nach der Wahl des neuen Vorstands am 4. Juni nun Präsident des Boards ist. Das neue Board besteht aus sieben Mitgliedern aus Frankreich, Finnland, den Niederlanden, Schweden, Polen, der Slowakischen Republik und Deutschland.
Neben der Wahl des neuen Vorstands standen vor allem das Treffen der Mitglieder, der Austausch und die Weiterbildung im Mittelpunkt und so konnte man am 3. und 4. Juni verschiedene Vorträge hören und Workshops besuchen.

Höhepunkte bei den Vorträgen waren die Ausführungen des Leiters der Akademie Schloss Solitude in Stuttgart, Jean-Baptiste Joly, der über die Hintergründe und Erfahrungen des seit 2002 laufenden Internationalen Programms für junge Wissenschaftler und Manager "art, science & business" und über die Ergebnisse dieses fruchtbaren Austausches berichtete. Offenkundig wurde dabei für die Konferenzteilnehmer ein interessanter Ansatz, alle drei Gesellschaftsfelder näher zusammen zu bringen, sodass diese gemeinsame Zukunftsperspektiven entwickeln können.

Ein weiteres Highlight war der Vortrag von Stephen Hobbs von den Trinity Sessions Johannesburg. Hobbs zeigte, wie man mit unglaublicher Energie und kühnen Visionen Unternehmen, Künstler, Politiker, Wissenschaftler etc. zusammenbringen und außergewöhnliche Projekte initiieren kann. Hierbei wird mit einem systemischen Ansatz und prozessorientiert gearbeitet. So entstehen in Vorbereitung der Projekte regelrechte Prozesslandkarten, die nicht nur als Managementtool genutzt werden, sondern auch als Ausstellungsobjekte dienen. Hobbs greift dabei auf ein exzellentes, weltweit verstricktes Netzwerk zurück und setzt so ambitionierte und nachhaltige Projekte um - und das in einem sich dynamisch verändernden, gesellschaftlich schwierigen Umfeld.
Von der Art und Weise der Projektentwicklung und Umsetzung sowie der Nutzung professioneller Managementtechniken können sich sicher viele Projekte in Deutschland und Europa einiges abschauen.

Über die Workshops kann an dieser Stelle nur wenig berichtet werden, da nicht alle besucht werden konnten. Sicher kann hier in einigen Workshops noch mehr auf die Erarbeitung transferfähiger Ergebnisse geachtet werden, sodass die Teilnehmer mehr für ihre Bedürfnisse ind er Praxis mitnehmen. Dies lag sicher aber auch an der Kürze der Zeit.

Ein sehr guter Ansatz ist die Durchführung einer parallel stattfindenden Studentenkonferenz, bei der Studierende aus fast allen Netzwerkhochschulen gemeinsam an Ideen und Projekten arbeiteten und sich in Workshops unterschiedlichen Themenstellungen widmeten. U.a. fand ein Workshop mit dem Geschäftsführer des Kulturmanagement Network, Dirk Schütz, statt, in dem die Studierenden aus ca. 6 Nationen über die Möglichkeiten und die Grundlagen eines studentischen Kulturmanager-Netzwerkes debattierten und dieses praktisch vorbereiteten.
Die nächste Konferenz findet dann im kommenden Jahr in Bratislava, Slowakische Republik, statt.
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