24.02.2010
Rückblick 10. Szenografie-Kolloquium 2010

Raum und Wahrnehmung

10 Jahre "Szeno": Dem diesjährigen Jubiläum zum 10. Szenografie-Kolloquium in der DASA folgte ein Teilnehmerrekord. 160 Gäste und 30 Referenten näherten sich Ende Januar in Dortmund der Frage, welche vielfältigen Wechselwirkungen zwischen (Ausstellungs-)Räumen und Wahrnehmung durch das Publikum bestehen.
Die Reihe "Szenografie in Ausstellungen und Museen" wird auch im nächsten Jahr fortgesetzt. Das elfte Kolloquium findet vom 26.-28. Januar 2011 in der DASA statt.

"Die Szenografie konnte sich kultivieren", leitete der Leiter der DASA Dr. Gerhard Kilger den Expertentreff der Museumsleute, Wissenschaftler, Ausstellungsmacher, Gestalter und Architekten ein. Die Raumgestaltungen in Museen und Ausstellungen werden immer komplexer, professioneller und anspruchsvoller. Aber wie reagiert das Publikum darauf, wie nimmt es gestaltete Räume wahr?

Dazu führt Professor Ulrich Nether von der Detmolder Hochschule für Architektur und Innenarchitektur zahlreiche Untersuchungen durch. Mittels 3-D-Simulationen, Eyetracking oder Biofeedback-Methoden analysiert er, wie Räume wirken. Seine Ergebnisse wirken sich etwa auf die Gestaltung von öffentlichen Gebäuden aus. Auch Dr. Stéphanie Wintzerith stellte Methoden vor, um die Wahrnehmung beim Publikum zu untersuchen. Das Projekt "Mapping Museums" misst emotionale und kognitive Reaktionen einzelner Besucher während eines Gangs durch eine Ausstellung.

Die Bandbreite szenografischer Gestaltung und Publikumswahrnehmung im Raum zeigte sich an Vorträgen wie dem von Prof. Hans Ottomeyer, Generaldirektor des Deutschen Historischen Museums in Berlin, mit einem stark objektbezogenen Ansatz oder Einblicken in Neugründungen wie dem Odysseum in Köln, bei dem die Erschaffung von Erlebnis-Welten im Mittelpunkt steht. Welchen Weg die Gestaltung künftiger Ausstellungen einschlagen wird, war Thema eines auf dem Kolloquium aufgezeichneten Streitgesprächs für die Radiosendung "Forum WDR 3", das unter www.wdr3.de zum Herunterladen zur Verfügung steht.

Ein weiterer Fokus lag auf den performativen Ansätzen: Besucher als Akteure in Ausstellungen, deren Bewegungen im Raum ihre jeweiligen Wahrnehmungen verändern. So erläuterten etwa Susanne Wernsing, freie Kuratorin aus Dresden, oder Sabine Jank von Szenum, Berlin, neuen Strategien zur Einbindung des Publikums.

Neben den vielen fachlichen Beiträgen gaben vier Workshops außerdem die Gelegenheit zum sinnlich-kreativen Austausch.
Kultureller Höhepunkt war die Kafka-Lesung von Mechthild Großmann, deren markante Stimme die Stahlhalle der DASA füllte.

Die Ergebnisse des Szenografie-Kolloquiums werden in einem weiteren Tagungsband zusammengefasst. Bislang liegen die Ergebnisse der vergangenen Tagungen in vier Bänden vor. Sie sind beim Klartext-Verlag erschienen.

Mehr Informationen gibt es auch unter www.dasa-dortmund.de/Szenografie.
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