01.06.2011

Autor*in

Michael Huber
Georg Leyrer
Meldung

Gerald Matts Festung bröckelt

Wer Karriere machen möchte, solle nirgends länger als fünf Jahre bleiben - diesen Rat habe ihr Gerald Matt einst erteilt, erzählt eine ehemalige Mitarbeiterin.
Matt selbst hielt sich nicht daran: Seit er 1996 zum Chef der Kunsthalle Wien bestellt wurde, zementierte er seine Führungsposition ein. In der höchstdotierten Kunst-Institution der Stadt Wien (4 Millionen Euro Jahressubvention) entstand so eine Art Festung. Diese wird nun zunehmend mit Vorwürfen belagert: Matt soll sich dafür stark gemacht haben, dass Großspender mit einer österreichischen Staatsbürgerschaft belohnt werden. Für ein Parlamentsbuch und ein privates Selbstdarstellungsbuch soll er Mitarbeiter und Ressourcen der Kunsthalle verwendet haben. Die jüngste Jubelbotschaft über die Kunsthalle war falsch. Am vergangenen Dienstag verwies die Stadt Wien auf einen "positiven Rechnungshofbericht" über die Kunsthalle: dessen Fazit sei, dass "alle Empfehlungen der Follow-up-Überprüfung der Kunsthalle Wien umgesetzt" worden seien.

Nicht korrekt

"Das ist so nicht korrekt", hieß es aus dem Rechnungshof auf KURIER-Nachfrage. Es gibt weder einen "jüngsten Rechnungshofbericht" (der stammt aus dem Jahr 2004) noch eine aktuelle "Follow-up-Überprüfung" (die war 2009). Zitiert wurde aus einem "Nachfrageverfahren". Und das hat mit einer Prüfung nichts zu tun.
Dabei fragt der Rechnungshof Institutionen, ob sie Empfehlungen umgesetzt haben. Die Institutionen, hier die Kunsthalle, antworten. Vom Rechnungshof überprüft wird das aber nicht. Sprich: Die Umsetzung der Empfehlungen ist eine Behauptung der Kunsthalle. Die letzte wirkliche Überprüfung 2009 ergab, dass die Kunsthalle drei Empfehlungen des Rechnungshofes aus dem Jahr 2004 nur teilweise umgesetzt hatte. Die Eintrittserlöse waren weiterhin zu niedrig, es wurden zu viele Kataloge produziert und zu viele alte Kataloge gelagert....

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