07.03.2011

Autor*in

Wolfgang Weisgram
Meldung

Kulturpolitik Burgenland: Das Land jenseits des Mörbischer Strandbades

Der Standard hat über den Jahrswechsel eine ausgezeichnete Serie zur Kulturpolitik in den Bundesländern recherchiert und publiziert. Heute: Burgenland: Die Frage, ob das Burgenland neben den Festivals auch eine "freie Szene" hat oder doch eher nicht, beschäftigt klarerweise auch die Kulturpolitik - von jeher.
Als die Standard-Kulturredaktion das Design dieser Serie in die Bundesländer schickte, stürzte sie den Autor dieses Teils in einige Verwirrung. Der trug sie, in der Hoffnung, geteilte Verwirrung werde eine nur noch halbe sein, in die Eisenstädter Kulturabteilung. Und so zuckten dann der Autor und der hilfreiche Beamte synchron die Achseln zum Wiener Begehr, den Anteil der "freien Szene" am Kulturbudget zu eruieren.

Diesen Begriff gibt es im Burgenland so nicht. Das mag an der Kleinheit des Landes liegen, die unter anderem dazu führt, dass jede Initiative, die anderswo unter "freie Szene" zu den Akten genommen würde, hier von Anfang an Name, Adresse und eine - wenn auch meist bescheidene - Fördernummer erhält. J:opera in Jennersdorf etwa, das Theater auf der Güssinger Burg, das Theater vor der Parndorfer Kirche.

Einmal im Jahr lädt Kulturlandesrat Helmut Bieler alle burgenländischen Intendanten ein, um mit ihnen gemeinsam die abgelaufene Saison zu feiern. Klar ist da auch die Schutzmantelmadonna pannonischer Festspielerei, Harald Serafin, zuweilen dabei. Wolfgang Werner auch, der Operndirektor aus dem Sankt Margarethener Steinbruch. Wolfgang Böck, der Komödiant, der dem Kobersdorfer Schlosshof-Theater das Schauspiel zurückbringen will. Die vielen, vielen anderen aber kennt kaum jemand. Sie haben - sieht man einmal von Frank Hoffmann ab - den Promifaktor null. Aber sie haben um sich eine Fan-Gemeinde geschart, die ihre Arbeit in hohem Maße schätzen gelernt habt. Udo Preis ist so einer, der mit seinen "limmitationes" seit fast 20 Jahren für musikalische Unruhe sorgt.

Ob das nun "freie Szene" sei, will der Autor wissen. "Natürlich", sagt der Beamte, "aber wenn man den Preis nimmt, muss man natürlich auch ..." Es wäre quasi uferlos. Und damit verwaschen. Der Begriff stammt ja aus dem Theater und beschreibt Ensembles, die keine fixen Häuser bespielen.....

Lesen Sie mehr auf www.derstandard.at
Kommentare (0)
Zu diesem Beitrag sind noch keine Kommentare vorhanden.