12.10.2018
Vorschau Heidelberg Music Conference 2018

Das Musikpublikum der Zukunft und der Kult des Besonderen

Es ist nichts Neues: Die Welt wandelt sich und damit auch die Aufgaben des Kulturbetriebs. Welche Chancen sich aus dem gesellschaftlichen Wandel für das Verhältnis von Musikbetrieb und Publikum ergeben, beleuchtet die Heidelberg Music Conference am 15. und 16. November 2018.
Früher konnte man Besuchergruppen relativ klar definieren. Doch Zuschreibungen anhand von Alter oder sozialer Schicht funktionieren heute nicht mehr ohne Weiteres. So tritt neben die alte Mittelschicht - geprägt durch relativen Wohlstand, langfristige Arbeits- und eher traditionelle Familienverhältnisse - eine neue Mittelschicht: akademisch gebildet, global denkend, urban und in hohem Maße internetaffin.
 
Diese Veränderung wirkt sich insbesondere auch auf den Kulturkonsum aus, denn die neue Mittelschicht hat mit ihrem Streben nach Authentizität und Einzigartigkeit andere Ansprüche an ihre Freizeit. Von diesen Entwicklungen ist der klassische Kulturbetrieb deshalb im Kern betroffen. Und noch eine Herausforderung kommt hinzu, denn idealerweise sollten Kultureinrichtungen für Klassische Musik nicht nur die Mittelschicht ansprechen. Dabei haben die meisten der anderen gesellschaftlichen Gruppen nach wie vor so gut wie keinen Zugang zu Klassischer Musik.
 
Alle Zielgruppen gleichermaßen als Publikum zu halten bzw. zu gewinnen ist trotzdem auch eine große Chance. Diese Entwicklungen des Musikbetriebs und das veränderte Verhältnis von AnbieterInnen und Publikum will die Heidelberg Music Conference 2018 deutlich machen. Dabei richtet sie den Blick auch auf Ansätze und Best-Practices von außerhalb des Klassischen Musikbetriebs und vor allem auf die Zukunft: Nicht um die Schwierigkeiten mit dem heutigen Publikum soll es gehen, sondern um die Potenziale kommender Generationen. Dafür will die Conference folgende Fragen beantworten:
 
  • Wie gestaltet man den Diskurs mit dem Publikum der Zukunft?
  • Was kann man von branchenfremden Marketing- und Social Media-Strategien lernen? Müssen sich dabei die Labels neu aufstellen?
  • Welche Rolle wird dem Musikjournalismus künftig im Austausch zwischen Anbietern und Publikum zuteil?
  • Und wie wirken sich der gesellschaftliche sowie technologische Wandel auf das musikalische Werk aus?
Die ReferentInnen zählen zu den führenden ExpertInnen in ihrem Bereich, unter anderem sind dabei:
 
  • Frauke Roth – Intendantin der Dresdner Philharmonie,
  • Bruno Marti – Markenchef 25hours Hotels,
  • Josep Molina – Gründer Molina Visuals,
  • Elias Wuermeling – Product Evangelist, Idagio.
Veranstalter der Music Conference ist der Heidelberger Frühling – ein Festival, das in den vergangenen 20 Jahren zu einem wichtigen Treffpunkt und Impulsgeber der Klassischen Musikszene und darüber hinaus geworden ist. Die Conference richtet sich an ProgrammmacherInnen, KulturpolitikerInnen, IntendantInnen, KulturmanagerInnen, MedienmacherInnen, KünstlerInnen, MusikjournalistInnen sowie Cultural Entrepreneurs. Neben fachlichem Input bietet sie Raum für den Austausch über gemeinsame Themen, die Entwicklung neuer Projekte und Ideen sowie den Blick über den Tellerrand in andere Branchen.
 
Die Heidelberg Music Conference 2018 findet vom 15. bis 16. November 2018 in der Print Media Academy Heidelberg statt. Die Teilnahmegebühr beträgt 195 Euro. Für Studierende (bis 30 Jahre) gilt ein reduzierter Betrag von 90 Euro.