Zur Navigation springen
Zum Inhalt springen

Kulturmanagement Network

Internationaler Informationsdienst für Kultur & Management

Sie sind nicht im
KM-Portal eingeloggt.
19. November 2017

Es folgt der Seiteninhalt

Es folgt der Seiteninhalt
Vorheriger Artikel Nächster Artikel
nächster Artikel: Das Prekariat. Podiumsgespräch...
Seite zurück Liste
Bücher

Buchrezension: Wir hatten Sex in den Trümmern und träumten: Die Wahrheit über die Popindustrie

Tim Renner, der Deutschen liebster Musikbusiness-Erklärer und künftiger Kulturstaatssekretär von Berlin, hat ein Faible für lange und kryptische Buchtitel. 2005 hieß es: “Kinder, der Tod ist gar nicht so schlimm”. Das war nicht die große Musikbranchenabrechnung nach seinem Major-Ausstieg, sondern eine Zukunftssuche für die Musik- und Medienindustrie unter einem digitalen Stern. Mit “Wir hatten Sex in den Trümmern und träumten” setzt er nahtlos fort, kommentiert das aktuelle Musikbusinessgeschehen mit ausbalancierter Kritik, seine Notenvergabe fällt gewohnt subjektiv aus und liegt zumeist richtig.

Tim Renner und Sarah Wächter geben, siehe Untertitel “Die Wahrheit über die Popindustrie”, einen Musikbusiness-Crashkurs für jedermann: Was heißt A&R, was versteht man unter Payola, was macht der Produktmanager eines Labels usw. Die geschätzte Kollegen_innenschaft hätte diese Aufklärung nicht gebraucht, trotzdem ist dieses Buch auch für sie lesenswert und nicht nur für den Mann von der Straße. Denn Renner/Wächter deklinieren an zumeist ganz aktuellen Beispielen und Künstlern die Pflicht und Kür des heutigen Musikmarktes und Künstleraufbaus durch: Image aufbauen, konzeptionelles A&R und gewachsene Bands, Casting, Vermarktung mit Dos und Don’ts, das Handwerk der Promotion, Fanaufbau und -pflege mit Sozialen Netzwerken, Majors/Indies, Live-Musikmarkt etc. Die vorgestellten Bespiele reichen von den “Priestern” und “Eisblume” (A&R von Joe Chialo), Heinos Cover-CD “Mit freundlichen Grüßen” (Management Jan Mewes), Lana Del Rey, Robbie Williams und Produzent Moses Schneider bis zu Cros Freemium-Vermarktung (Sebastian Andrej Schweizer, Chimperator), Starwatchs TV-Vermarktungsmodell, Streaming, Urheberrecht, Creative Commons und Crowdfunding-Beispielen (Amanda Palmer).

Über weite Strecken geht es um die nachwievor wichtigen Musikmanagement-Basics wie Künstler-adäquates Artist Development und schlüssige transparente Images – angepasst an Stilistik und Zielgruppe. Als Leitgedanken und Überbau fungieren die Begriffe von Glaubwürdigkeit und Nachhaltigkeit – ein ambitioniertes Programm in der heutigen Musikvermarktungsdiversität. Wer die Renner/Wächter’schen Ausführungen prüft und durchdenkt, wird sich nicht mit vorgefertigten Erfolgskonzepten wiederfinden, sondern eine Fülle von Anregungen erhalten, wie man den Musikbusinessrucksack heute schnüren kann – was dann drinnen ist und wie man einpackt, dass nachher nichts drückt, das muss man dann schon selber herausfinden und in die Hand nehmen.

Hier finden Sie alle Daten zu: Renner, Tim/Wächter, Sarah: Wir hatten Sex in den Trümmern und träumten. Die Wahrheit über die Popindustrie, Berlin: Berlin Verlag, 2013

Mehr Rezensionen von Günther Wildner gibt es im Newsletter auf www.wildnermusic.com

Günther Wildner
17.03.2014, Kristin Oswald
Vorheriger Artikel Nächster Artikel
nächster Artikel: Das Prekariat. Podiumsgespräch...
Seite zurück Liste
Ähnliche Artikel in Seite zurück Allen Themenbereichen
[Musik/Musikmanagement] [Musikindustrie]

Ähnliche Artikel in Seite zurück Allen Sparten
[Musik/Musikmanagement] [Musikindustrie]