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24. Oktober 2014

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Hintergrundbericht

Trauerspiel & Lebensfreude

New World Center, Miami, Florida

Während man in Hamburg mit der Elbphilharmonie nicht zu Potte kommt, mit dem Projekt bei den Hanseaten die finanzielle Schmerzgrenze schon lange erreicht wurde, hat man in Miami ein weltoffenes Konzerthauskonzept längst umgesetzt.

Haben Sie den Knall gehört? Die erneute Kostenexplosion? Die Elbphilharmonie in Hamburg wird tatsächlich noch teurer als erwartet. Mit 351 Millionen Euro werden es 28 Millionen mehr als bislang bekannt. Ausgegangen war man 2003 von 77 Millionen. Geht’s noch? Nun schaut oder reist die Konzertszene vorerst mal entspannt nach Miami Beach, wo am 25. Januar diesen Jahres mitten im Szene-Viertel South Beach das »New World Center« eröffnete – nach 3 (in Worten: drei !) Jahren Bauzeit und mit 160 Millionen Dollar Gesamtkosten. 115 Millionen finanzierten private Sponsoren, den Rest von 30 Millionen bzw. 15 Millionen legten Miami-Dade County und die Stadt Miami auf den Tisch.

Das spektakuläre Konzerthaus mit Sitzplätzen für insgesamt 756 Besucher hat Star-Architekt Frank Gehry gestaltet, ein Jugendfreund des künstlerischen Direktors Michael Tilson Thomas. Von außen ist das Gebäude bewusst zurückhaltend, um nicht mit dem berühmten Art-Déco-Viertel zu konkurrieren – im Inneren zeichnet sich die Symphonie jedoch aus durch die typisch expressive Formsprache Gehrys mit scheinbar stürzenden geometrischen Formen, aufwändigen Wendeltreppen, kippenden Wänden oder gekrümmten Decken. Vor dem Osteingang des New World Center Konzerthauses lädt ein mit Palmen bepflanzter öffentlicher Park bis zu 1.000 Zuschauer kostenlos zum Mit-Hören ein: Über eine 650 Quadratmeter große Projektionsfläche auf der Außenfassade des Gehry-Baus können Konzerte live übertragen werden, und Lautsprecher in Form von zwei riesigen, geschwungenen Ballettstangen sorgen für perfekten Klang.

Das NWC ist das neue Zuhause der New World Symphony, der größten US-amerikanischen Orchesterakademie. Sie widmet sich der künstlerischen, professionellen und persönlichen Ausbildung von talentierten Künstlern aus aller Welt. »Die Räumlichkeiten sollen nicht nur junge Musiker, sondern auch ihre Mentoren und das Publikum ermutigen, zu experimentieren und für neue Erfahrungen offen zu sein«, sagt Frank Gehry. Neben dem Konzertsaal verfügt das Gebäude daher auch über 24 Solo- und vier Ensemble-Proberäume mit rasanter Internet2-Übertragungstechnik, eine Musikbibliothek sowie ein Zentrum für neue Medien. Schon seit einigen Jahren entwickelt sich die Strandmetropole Miami immer mehr zum Hotspot für Kunst- und Kulturfans: Ehemalige Industrieviertel wie Wynwood oder der Design District etablieren sich mit Restaurants, Clubs und Galerien als Trendziele für eine junge und zugleich anspruchsvolle Klientel. Auch Events wie die Art Basel Miami Beach oder die zeitgleich stattfindende Design.Miami ziehen Jahr für Jahr ein illustres Publikum an.

 Dass im Keller der Elbphilharmonie nach Fertigstellung eine Dispo eröffnet werden soll, hat sich als ein »einbuchstabendaneben«-tweet-Gerücht auf Twitter erwiesen. 

Von Uta Petersen, Korrespondentin, Hamburg
08.02.2011, Dirk Heinze
Weiterführende Links: www.miamichamber.com, http://www.nws.edu/NewCampus/CityCenter.html
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