02.12.2011
Meldung

Jahresgaben 2011 - Große Kunst für kleines Geld

Alljährlich in der Vorweihnachtszeit bieten die deutschen Kunstvereine aktuelle Editionen und Unikate junger, namhafter Künstlerinnen und Künstler zum Verkauf an, die im zurückliegenden Jahr bei ihnen ausgestellt haben.

Die so genannten Jahresgaben, die oft eigens für den Kunstverein gefertigt werden, können zu Vorzugspreisen, bisweilen aber auch nur ausschließlich durch Vereinsmitglieder weit unter ihrem Marktwert erworben werden. Für Kunstliebhaber und Sammler oder Interessierte, die ein einzigartiges Weihnachtsgeschenk suchen, lohnt sich allein aus diesem Grund die Mitgliedschaft in einem Kunstverein.

Handelte es sich früher bei den Jahresgaben fast ausschließlich um Druckgrafiken, wie Lithografien, Radierungen, Holzschnitte etc., finden sich heute nahezu alle Medien der zeitgenössischen Kunst repräsentiert: Malerei, Fotografie, Zeichnungen, Aquarelle, Collagen und Objekte.

Die Einnahmen aus dem Verkauf von Jahresgaben stellen für viele Kunstvereine eine wesentliche Stütze der Finanzierung ihrer Arbeit dar. Gerade in Zeiten der stetigen Kürzung öffentlicher Förderung besinnen sich immer mehr Vereine auf ihr traditionelles Geschäft mit den Jahresgaben. Aber auch die Künstlerinnen und Künstler profitieren von den Verkäufen, in der Regel werden sie am Gewinn beteiligt und steigern ihren Sammlerwert.

In vielen Kunstvereinen werden die Jahresgaben 2011 derzeit in kleinen Ausstellungen präsentiert und können direkt vor Ort erworben werden. Wer sich erst einmal einen Überblick verschaffen möchte auch über noch erhältliche Jahresgaben der vergangenen Jahre , der sollte sich durch die Online-Datenbank der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine (ADKV) klicken, die unter www.kunstvereine.de zu finden ist. Hier sind inzwischen über 1.100 Kunstwerke zu recherchieren.

Jahresgaben haben wie die Kunstvereine selbst eine 200-jährige Tradition und bilden einen wichtigen Bestandteil ihrer Arbeit. Um 1800 erwarben Bürger mit ihrer Mitgliedschaft in einem Kunstverein die Option, eines der vom Verein angekauften Kunstwerke in einem Losverfahren zu erhalten. Wer bei der Tombola leer ausging, erhielt ein so genanntes Nietenblatt, eine grafische Reproduktion. Aus diesen Nietenblättern, die in der Folge getauscht und gehandelt wurden und so den Kunstmarkt nachhaltig beeinflussten, sind die heutigen Jahresgaben hervorgegangen.
Kommentare (0)
Zu diesem Beitrag sind noch keine Kommentare vorhanden.