20.09.2012
Fachbeitrag

Klassische Werbung oder persönliche Ansprache?

Im Mai 2012 befragte die Bundesvereinigung Deutscher Musik- und Theatergesellschaften (MUTHEA) die Mitglieder nach ihren bevorzugten Strategien zur Mitgliedergewinnung.

Von den angeschriebenen Gesellschaften haben immerhin knapp 25% geantwortet. Zwar war häufig zu hören, dass die Mitgliedergewinnung schwierig und mühsam ist. Aber es konnten doch einige Punkte aufgeführt werden, die offenbar erfolgreich sind. Vielleicht können durch die hier wiedergegebenen Aktionen Anregungen an die Vereine gegeben werden, die inzwischen etwas mutlos geworden sind.

Von den meisten Theaterfördergesellschaften wird "klassische" Werbung in Form von Anzeigen und Prospekten vorgenommen. Die Anzeigen erscheinen in der Theaterzeitung, im Spielzeitheft sowie in der Tageszeitung zur Veröffentlichung des Monatsspielplanes. Interessant sind die Pläne in Hagen, für den Verein auf der Rückseite der Eintrittskarten zu werben.

Die Prospekte und Flyer werden sowohl im Theater ausgelegt als auch bei eigenen Veranstaltungen.

Besonders effektiv ist die Mitgliederwerbung durch persönliche Ansprache. Vor allem, wenn der Verein mit einem eigenen Stand beim Theaterfest, beim Theaterball, einer Preisverleihung oder ähnlichen Anlässen vertreten ist. In Brandenburg gibt es 14 Tage vor einer Premiere ein Theaterfrühstück an einem Sonntag im Foyer. Auch hier erfolgt die Mitgliederwerbung durch persönliche Ansprache und ist in diesem Zusammenhang sehr effektiv.

Die meisten Fördergesellschaften lassen ihre eigenen Mitglieder neue Mitglieder werben und setzen auf "Mund-zu-Mund"-Propaganda. In Essen werden Mitglieder, die Mitglieder werben, mit Theatergutscheinen prämiert. Diese Prämien werden vom Theater zur Verfügung gestellt.

Zusätzlich zu "normalen" neuen Mitgliedern wird in einer Stadt gezielt versucht, Donatoren einzuwerben, die den Verein mit besonderen Spenden unterstützen können. Dies geschieht durch regelmäßige Gespräche des Vorstands mit geeigneten Kandidaten.

Jüngere Personen oder gar Schüler werden von keinem Verein direkt umworben. Jedoch werden vielfach Jugendprojekte des Theaters in besonderer Form unterstützt oder gar selber initiiert. Auf diese Weise werden mögliche spätere Mitglieder an das Theater herangeührt. Neue Mitglieder werden bisweilen über die Elternschaft dieser Zielgruppe generiert.

Interessant sind hier Projekte, bei denen Eintrittskarten in großem Stil an Schülerinnen und Schüler verschenkt werden. Das Motto dieser Aktion lautet "Jeder Schüler ins Theater".

Insgesamt kümmern sich die meisten Fördergesellschaften um die junge Zielgruppe, jedoch nicht im Sinne eigentlicher Mitgliederwerbung.
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