04.09.2013
Konferenzen

Kreativwirtschaft und 3. industrielle Revolution schreiben Zukunft

Die Neuauflage des Creative Innovation Summits der Thüringer Agentur für die Kreativwirtschaft (THAK) mit dem Leitthema Digital Bauhaus zeigte Strategien und Beispiele auf, die kreativwirtschaftliche und technologische Innovationen verbinden, um die Industrie fit zu machen für die Wirtschaft des 21. Jahrhunderts.

Keynotes steuerten "Werbeguru" Michael Conrad, Ökonom und Strategieberater Jeremy Rifkin und Unternehmensphilosoph, Mathematiker und langjähriger IBM Mann Gunter Dueck bei,

Jetzt und in den folgenden Jahren geht es darum, dieses internationale Format in Thüringen zu einem Austauschpunkt für neue internationale Strategien der Kreativwirtschaft zu etablieren. Know How und Technologietransfer, sowie das spezifische Potential der Kreativwirtschaft in den Regionen spielen dabei eine Hauptrolle.

Digital Bauhaus

Matthias Machnig | Wirtschaftsminister Thüringen

Thüringens Minister für Wirtschaft, Arbeit und Technologie, Matthias Machnig ging in seiner Eröffnungsrede ganz explizit auf den gewachsenen Geist des Bauhaus ein, der Künstler, Kreative, Geschäftsmänner, Techniker und Ingenieure im republikanischen Weimar der 1920er zum ersten Mal in der Geschichte zu einem Bund zusammen brachte, der im Grunde die Idee einer Kreativwirtschaft vorweg nahm. Kreativität und digitale Innovationen bilden heute die treibende Kraft, die die bestehende Industrie wettbewerbsfähig halten. In den nächsten zehn Jahren kommen der Kreativwirtschaft und der Digitalisierung die Schlüsselfunktionen zur Erneuerung und Integration der bestehenden Industrie und Dienstleistungswirtschaft zu. "Wir benötigen nicht nur Dienstleistungswirtschaft, wir brauchen die Industrie, aber wir müssen industrielles Wachstum und Industriestrukturen für die Zukunft neu denken." Kreativwirtschaft kann diesen Umbruch bewältigen. Damit nahm Machnig vorweg, was Jeremy Rifkin dann etwas später am Konferenztag in seiner Keynote Rede rund um die dritte industrielle Revolution ausführte.

"I love Bauhaus"


Michael Conrad

Ein großer Verehrer und moderner Verfechter des Bauhaus Thinking ist Michael Conrad. Er erinnerte an den Einfluss des Bauhaus auf die Hochschule für Gestaltung in Ulm unter Max Bill, deren schlichter Stil die Produkte der Firma Braun prägten und prägen und die im Anspruch an Qualität und Design ein Vorreiter von keinem geringeren als Apple darstellen. Der Präsident der Berlin School of Creative Leadership wies in seiner Keynote den Weg, wie heute die neuen Technologien mit dem klassischen Denken vom Erzeugen einer Marke erfolgreich zusammengebracht werden. Digitale Kommunikation wie Twitter wird heute spielerisch in die Narration einer Marke integriert. Werbeikonen wie Katie Price oder Rio Ferdinand benutzten ihre Twitter Konten, um eine ganz andere Art von Aufmerksamkeit für ein Produkt zu erlangen. Der virale Effekt wird heutzutage verdreht und damit nochmals erhöht. So gab das britische Fotomodell Price unter ihrem Twitter Account vor ins Finanzgeschäft eingestiegen zu sein und alle Welt dachte, sie kümmere sich jetzt um Aktien und Unternehmensanteile. Der Profifußballer und englische Nationalmannschaftsspieler Ferdinand legte via Twitter gar seine Liebe für das Stricken offen. Das sorgte für viel Aufregung im Netz und am Ende dieser Twitterserie stand aber ein aufklärender Werbetweet für den Süßwarenhersteller Snickers. Diese Kampagne erreichte 26 Millionen Menschen. Selbst für Michael Conrad, einem der bekanntesten Kampagnenerfinder der Welt, sind diese Zahlen, die erzielte Reichweite in so geringer Zeit, beeindruckend. Neue Technologien verändern heute das Denken derer, die Marketing und Werbung machen. Dabei geht es nicht nur um das sich Anpassen, sondern ganz entschieden um das Neue, die Innovationen, die bei der Verbindung aus alt und neu entstehen.

Your private mobile concierge in your pocket

Stephanie Renda | CEO Match2blue

Im Digital Bauhaus Showcase zeigten junge Unternehmen aus Thüringen und dem transatlantischen Raum, wie das in der Realität aussieht. CEO Stephanie Renda von Match2blue aus Atlanta, New York und Jena präsentierte die Mapp2biz App für Smartphones, die Geschäftspartner auf großen Konferenzen ortet und zusammen bringt. Über das Netzwerk XING verbindet diese App die ihr angeschlossenen Mitglieder und zeigt unter den relevanten Kontakten im Netzwerk diejenigen als Push Message an, die in der Nähe sind. So kann man sich leicht zwischen zwei Panels zum Get Together verabreden oder ganz einfach wiederfinden.

Preisnachlass via App

WeLoveApps aus Erfurt hat für Scondoo erfolgreich eine unabhängige Supermarkt Gutschein-App entwickelt und auf den Markt gebracht. Geschäftsführer Martin Reichl beschreibt, wie das ganz einfach funktioniert: Einkaufen, Kassenbon mit Smartphone fotografieren, die App erkennt alle Produkte auf die der Nutzer Gutscheinaktionen (wie z. B. Groupon) bekommt, die Rabatte werden automatisch dem Pay Pal Konto des Nutzers gut geschrieben. Das "LifestyleMagazin würdigte das unlängst mit dem ersten Platz für diese App aus Erfurt. Scondoo ist für den Nutzer völlig kostenlos.

WeLoveApps Somfy Library erlaubt es dem Außendienstmitarbeiter die kompletten Kataloge und Handbücher der Firmenprodukte auf einem iPad für den Kunden oder zur Wartung von Maschinen griffbereit zu haben. Man kann vor Ort sozusagen auf die gesamte Firmenbibliothek verfügen. Nicht nur das dabei gesparte Gewicht im schicken Design, sondern auch das eingesparte Papier machen einen guten und nachhaltigen Eindruck des Unternehmens im Hause des Kunden.

Get Me Out! ist schließlich eine kostenfreie App für sorgenfreies Planen und Nutzen des öffentlichen Nahverkehrs. Gleich nach dem Anwählen der App lokalisiert das Smartphone die Position des Nutzers und stellt ihm alle relevanten Verkehrsverbindungen, die nächstgelegenen Haltestellen, Abfahrzeiten, Fahrpläne, Linienverläufe und Wegbeschreibungen zwischen Standort und Haltestelle zusammen und zur Verfügung. Free for use! Man kann diese App kostenfrei unter www.fahrplanapp.de herunter laden und testen.

Beitrag und Fotos: Boris Alexander Knop, www.labkultur.tv

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Die Ideenmacher. Lustvolles Gründen in der Kultur- und Kreativwirtschaft: http://www.kulturmanagement.net/buecher/prm/49/v__d/ni__906/cs__11/index.html

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