17.06.2010
Berufsbilder im Kulturbereich

Architektin

In dieser Serie stellen wir in Interviewform Fach- und Führungskräfte aus den verschiedenen Berufsbildern des Kulturmanagements vor. Heute: Suse Mayer, Architektin und Gründerin des Büros für Raumkonzepte Bindermayer.
KMN: Können Sie uns Ihre wichtigsten beruflichen Stationen beschreiben? Welche haben Sie auf besondere Weise geprägt?

Suse Mayer:
2004 erhielt ich von der BKA ein Stipendium für KulturmangerInnen in Los Angeles. Dadurch konnte ich während meines Kulturmanagementstudiums in den USA erste Erfahrungen sammeln. Ein weiterer Meilenstein meiner akademischen Laufbahn war auch die erfolgreiche Absolvierung des postgraduate Lehrgangs Kultur und Organisation am Institut für Kulturkonzepte.
Meine Arbeit und mein Schaffen wurden durch die Praxis als Kulturmanagerin in unterschiedlichsten Bereichen wie Pressearbeit, Assistenz im Museum und der Mitarbeit in verschiedensten Unternehmen geprägt. Doch ein besonderes Erlebnis und ein wichtiger Schritt in meinem Berufsleben war bestimmt 2006 die Gründung meines eigenen Büros Bindermayer das ich gemeinsam mit meiner Partnerin führe.

KMN:
Welche Aufgaben fallen in Ihren derzeitigen Tätigkeitsbereich? Welche erfüllen Sie dabei mit besonderer Freude?

Suse Mayer:
Als Architektin bin ich für alles zuständig, da wir im Büro ein Damenduo sind. Besonderer Spaß bereitet der Entwurf von Projekten, Ideen für Projekte ausdenken und auch immer wieder die Akquise.

KMN:
Welche Aspekte Ihrer Ausbildung waren für Ihre berufliche Laufbahn hilfreich? In welchen Bereichen müssten Hochschulen in ihrem Ausbildungsprogramm nachjustieren?

Suse Mayer: Mein Architekturstudium war für die kreative Herangehensweise sehr förderlich. Man konnte einiges ausprobieren. Was sehr schlecht war, ist die Praxisbezogenheit sowie die fehlende unternehmerische Ausbildung. Das fehlte mir bei der Gründung eines eigenen Büros sehr. Einiges konnte ich durch das Institut für Kulturkonzepte nachholen, wo ich auch mit beruflichem Coaching zu tun hatte. Das gönnen wir uns nun mehrmals im Jahr.

KMN: Gab es Situationen in Ihrer Karriere, in denen Sie das Gefühl hatten, das Ziel nicht mehr zu erreichen? Welchen Rat können Sie jungen KulturmanagerInnen in solchen Situationen mit
auf den Weg geben?

Suse Mayer: Es gibt immer wieder Situationen, die einem Grenzen aufzeigen. Ich glaube das man in Momenten der Schwächen seinen Stärken sehr nahe ist. Es ist aber wichtig zu analysieren, warum man sich in so einer Situation befindet. Und wenn es gar nicht weitergeht gibt es Profis, die einem in einer Krise helfen können.
 
Ich denke, einer der wirklich ausschlaggebenden Faktoren ist der Umgang mit Arbeitszeit, deshalb finde ich es sehr wichtig eine Arbeitsvorbereitung zu machen, Zeitplanung der Projekte, Prioritäten setzen, Unternehmensberatung in Anspruch nehmen.

KMN: Geben Sie dem Nachwuchs Hoffung! Gibt es eine Begebenheit, eine kurze Anekdote, bei der Sie heute noch kopfschüttelnd denken Was habe ich mir damals bloß dabei gedacht?!

Suse Mayer: Naja ich kann mich an ein erstes Gespräch mit einem potentielle Kunden erinnern, ich habe geredet, geredet, geredet. Der Kunde hat sich nie wieder gemeldet und da kann ich heute lachen und mir denken: Er hatte auch gar keine Chance, etwas zu sagen bzw. seine Ideen zu artikulieren. Wir haben ihn förmlich nieder gerredet.
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