08.03.2018
Jahrestagung des Deutschen Museumsbundes 2018

Eine Frage der Haltung

Museen sollten objektiv und neutral sein, politisch korrekt. Aber was genau bedeutet das und lässt sich diese Aussage in Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche tatsächlich noch aufrecht erhalten? Diese Fragen diskutiert die Jahrestagung des Deutschen Museumsbundes 2018 vom 6. bis 9. Mai in Bremen.
Welche Werte Museen vertreten, wurde lange mit Verweisen auf wissenschaftliche und künstlerisch-ästhetische Kriterien aufgezeigt. Doch in Zeiten von wiedererstarkendem Populismus, Fake News, sinkendem Vertrauen bis hin zur Ablehnung von Wissenschaft und öffentlichen Institutionen sowie der Neuaushandlung gesellschaftlicher Normen ist es damit nicht mehr getan. Heute müssen sich Museen verstärkt auch auf gesellschaftliche, politische und ethische Fragestellungen konzentrieren.
Welche Erfahrungen sie in diesem Bereich bereits gemacht und welche Strategien sie für den Umgang mit Besuchern, Politikern und Mitarbeitern entwickelt haben, wird die Jahrestagung des Deutschen Museumsbundes 2018 anhand zahlreicher Beispiele aufzeigen. ReferentInnen aus dem In- und Ausland werden in drei Panels darüber sprechen, ob und wie sich ihre Häuser innerhalb ihres Umfeldes positionieren. Wessen Werte vertreten sie nach außen und nach innen? Wie handhaben sie Skepsis, Falschinformationen oder verbale Angriffe? Und wie schaffen sie es, eine gute interne Kultur zu kreieren und mit prekären Arbeitsbedingungen bei ihren MitarbeiterInnen umzugehen? Wie divers, offen und inklusiv ist der Museumssektor also tatsächlich?
Viele der auf dem Podium vertretenen Museen haben dabei in den letzten Jahren innerhalb der Fachcommunity bereits Bekanntheit für ihren Umgang mit dem Thema Werte erlangt. So behandelt das Jüdische Museum Berlin seit seiner Gründung regelmäßig schwierige und hochaktuelle Themen, mitunter auch provokativ oder mit einem Augenzwinkern man denke an die Sonderausstellung Die ganze Wahrheit... Was Sie schon immer über Juden wissen wollten. Das Weltkriegsmuseum Danzig kam zu trauriger Berühmtheit, nachdem dessen Direktor von der polnischen nationalkonservativen Partei entlassen wurde, weil er Geschichte nicht im Parteisinne erzählen wollte. Und das Deutsche Panzermuseum Munster wagt auf seinen Social Media-Kanälen immer wieder aufs Neue den satirischen Spagat zwischen den verschiedenen politischen Gruppen innerhalb seiner Besucher.
Die Hürden und neuen Herangehensweisen, die das Programm der Jahrestagung thematisiert, sind dabei nicht nur für den Museumsbereich interessant. Auch Kulturschaffende anderer Sektoren können sich sicher in vielen Diskussionen wiederfinden und vielversprechende Ansätze für ihre Arbeit mitnehmen.
Die Anmeldung für die Jahrestagung des Deutschen Museumsbundes vom 6. bis 9. Mai 2018 in Bremen ist online bis Ende April möglich. Weitere Informationen zum Programm und zur Teilnahme finden Sie hier: http://www.museumsbund.de/aktuelles/jahrestagung/
Unter dem Hashtag #DMB18 werden wir auf Twitter live vor Ort berichten. Eindrücke der Tagung und einen ausführlichen Nachbericht können Sie im Mai bei uns nachlesen.