12.06.2013
Meldung

Kulturelle Bildung an Schulen

Kooperation für bundesweit einmaliges Weiterbildungsmasterkonzept zur Professionalisierung von Lehrkräften an Schulen

Was kann Schule von Kultur lernen? Wie hält Hochkultur nachhaltig Einzug an Schulen? Wie kann Kunst Schulunterricht verändern? Wie können Lehrende gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern, Künstler-Profis und Kulturinstitutionen neue Strukturen für lebendiges Lernen und Forschen in ästhetischen Feldern schaffen?

Der Fachbereich Erziehungswissenschaften der Philipps-Universität Marburg knüpft mit Unterstützung der ALTANA Kulturstiftung mit seinem Weiterbildungsmaster-Angebot an die bundesweiten Bemühungen um Kulturelle Schulprofilentwicklung an. Der in den Instituten Schulpädagogik sowie Sportwissenschaft und Motologie verankerte Masterstudiengang mit einer Studiendauer von zwei Jahren soll voraussichtlich im Wintersemester 2014/15 an den Start gehen.

Nachhaltige Schulentwicklung im kulturellen Bereich

Ziel des neu entwickelten Weiterbildungsstudienganges "Kulturelle Bildung an Schulen!" ist die Professionalisierung von Lehrern und Künstlern für nachhaltige Schulentwicklung im kulturellen Bereich an Schulen. Im Kern geht es darum, Lehrenden parallel zu ihrer Unterrichtstätigkeit an der Schule dazu anzuregen, selbst wieder künstlerische Erfahrungen zu machen und zugleich mit professionellem Wissen um Schulentwicklung und Projektmanagement zu verknüpfen. Dafür gilt es die Wirkung von ästhetischen Feldern (Musik, Tanz, Kunst, Theater etc.) auf Lern- und Erfahrungsräume als ein Grundverständnis pädagogischen Handelns an Schulen zu verankern.

"Dieser Masterstudiengang ist eine große Chance für innovative Entwicklungen der schulischen Bildungslandschaft," betont Universitätspräsidentin Professorin Dr. Katharina Krause. "In den Schulleitungsteams der Schulen fehlt in der Regel eine Person, die genau dieses Feld der kulturellen Bildung vertritt und Prozesse an den Schulen zielgenau und in Kooperation mit dem Kollegium und den sogenannten "außerschulischen Partnern" (wie z.B. Museen, freien Künstlern, Tänzern u.v.a.) steuert und gleichzeitig eigene Erfahrungen im ästhetischen Feld besitzt", erklärt das Kernteam des Studiengangs, das aus Professorin Dr. Anke Abraham, Brigitte Heusinger von Waldegge, OStR Christian Kammler, Levia Murrenhoff (alle Universität Marburg) und Professorin Dr. Christine Heil (Universität Duisburg-Essen) besteht.

Schule neu gedacht

Die Schirmherrschaft für den in Deutschland einzigartigen Weiterbildungsmaster übernimmt die Gesellschafterin der ALTANA Kulturstiftung Susanne Klatten. Mit kulturellen Bildungsprojekten von verschiedenen Partnern und durch kreative Impulse könne Schule neu gedacht werden, erläutert sie: "Die stetige Verbesserung der schulischen Bildung ist mir ein großes Anliegen. Darunter fällt auch die Weiterbildung von Lehrern, um Schulen im Bereich der Kultur und der Vermittlung von Kunst neue Impulse zu geben."

Die Unternehmerin Susanne Klatten unterzeichnete hierzu mit Universitätspräsidentin Professorin Dr. Katharina Krause am 10. Juni einen Kooperationsvertrag zur Initiierung des neuen Weiterbildungsmasters "Kulturelle Bildung an Schulen!" mit der Philipps-Universität-Marburg. Die zunächst auf 4 Jahre angelegte Kooperation wird von Seiten der Stiftung mit einem Betrag von 240.000 unterstützt.


Zusammenarbeit auch mit dem Kulturmanagement

Die ALTANA Kulturstiftung und der Fachbereich Erziehungswissenschaften der Philipps-Universität Marburg bringen den Studiengang gemeinsam auf den Weg. Der Weiterbildungsmaster vereint die Expertise der Universität für Lehrerbildung, Forschung und Prozessbegleitung und die langjährige Felderfahrung der ALTANA Kulturstiftung im Bereich der interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen allen Kunstrichtungen und des Kulturmanagements. So wird der Studiengang von renommierten Wissenschaftler/innen, erfahrenen Praktiker/innen sowie international etablierten Künstler/innen geleitet. Schirmherrin Susanne Klatten weist auf die Bedeutung einer hohen Qualität der künstlerischen Prozesse hin. Durch die Zusammenarbeit mit renommierten Partnern werde diese gewährleistet. "Ich bin glücklich, dass wir unsere Kooperationspartner der KulturTagJahre wie The Forsythe Company, das Ensemble Modern und das Schauspiel Frankfurt für die künstlerisch-inhaltliche Umsetzung des neuen Studiengangs gewinnen konnten." Nicht zuletzt dadurch werde der Studiengang ein bundesweit einmaliges Format erhalten.

Die ALTANA Kulturstiftung entwickelt seit ihrer Gründung 2007 Bildungsaktivitäten mit dem Themenschwerpunkt "Kunst und Natur" und führt sie mit unterschiedlichen Partnern durch. Das interdisziplinäre Angebot richtet sich an Kinder und Jugendliche in- und außerhalb des schulischen Rahmens. Eines der Grundprinzipien der Bildungsaktivitäten der ALTANA Kulturstiftung ist die authentische Begegnung mit der Kunst, den Künstlern und der Natur. Im Museum Sinclair-Haus in Bad Homburg zeigt die Stiftung Ausstellungen zur Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Die Aktivitäten der ALTANA Kulturstiftung werden von der Unternehmerin Susanne Klatten gefördert und getragen. "Die Gründung der ALTANA Kulturstiftung im Jahr 2007 war für mich Anlass", erklärt Susanne Klatten, "den Bereich weiter auszubauen, der mir persönlich besonders am Herzen liegt: Die kulturelle Bildung von Kindern und Jugendlichen. Mit dem KulturTagJahr führt die ALTANA Kulturstiftung seitdem ein äußert erfolgreiches Bildungsformat durch, das Kindern aller Altersstufen und Schultypen über ein Jahr hinweg kreatives Denken und Handeln vermitteln will. Die Erfahrung hat uns gezeigt, dass kulturelle Bildung langfristig in den Schulen nur verankert werden kann, wenn Schulleiter diesen Prozess selber absolut befürworten. Daher geht die ALTANA Kulturstiftung die Kooperation mit der Universität Marburg zum Weiterbildungsmaster Kulturelle Bildung an Schulen! ein, um insbesondere Lehrer in einem eigenen Studiengang zu diesen kulturellen Prozessen zu befähigen und sie an ihren Schulen fest zu etablieren."

Mittelhessisches Verbundprojekt

Die Angebotsentwicklung des weiterbildenden Studiengangs findet im Rahmen des mittelhessischen Verbundprojekts WM³ Weiterbildung Mittelhessen statt. WM³ Weiterbildung Mittelhessen (www.wmhoch3.de) ist eines von nur 26 innovativen Projekten, das in einem bundesweiten kompetitiven Wettbewerbsverfahren ("Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen") ausgewählt wurde und aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und aus dem Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union gefördert wird.

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